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Urlaubsanspruch Lehrer — Wie viel Urlaub steht Lehrern zu? 2026

Urlaubsanspruch Lehrer — Wie viel Urlaub steht Lehrern zu? 2026

Lehrer haben keinen Urlaubsanspruch im klassischen Sinne — aber Ferien. Was das bedeutet, welche Rechte du hast und wie Urlaub bei Krankheit, Elternzeit und Teilzeit geregelt ist.

~75 TageSchulferien/Jahr (D-Schnitt)
Keinklassischer Urlaubsanspruch
30 TageUrlaub für Angestellte (TV-L)
Ferien =nicht gleich frei

Haben Lehrer Urlaubsanspruch?

Das ist eine der meistgestellten Fragen überhaupt. Die Antwort: Nein — aber mit wichtigen Nuancen.

Als verbeamteter Lehrer hast du keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch im Sinne des Bundesurlaubsgesetzes. Stattdessen gelten für dich die Schulferien als arbeitsfreie Zeit — aber du bist auch in den Ferien verpflichtet, dienstlich notwendige Tätigkeiten zu erledigen (Klausuren korrigieren, Konferenzen, Fortbildungen).

⚠️ Ferien ≠ Urlaub: Lehrkräfte können auch während der Schulferien zu dienstlichen Tätigkeiten verpflichtet werden. Klassenfahrten, Prüfungsaufsichten und Lehrerkonferenzen fallen häufig in Ferienzeiten.

Welche Absicherung brauchst du als Lehrkraft wirklich?

Ob Referendariat, Probezeit oder Lebenszeit: Welche Versicherungen für dich zählen, hängt von deinem Status und deinem Bundesland ab. Ein lizenzierter Partner meldet sich mit einer kostenlosen Erstinformation.

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Angestellte Lehrer (TV-L)

Wer nicht verbeamtet ist, sondern als Angestellter nach TV-L beschäftigt wird, hat einen echten Urlaubsanspruch:

Alter Urlaubsanspruch TV-L
Unter 30 Jahre 26 Arbeitstage
Unter 40 Jahre 29 Arbeitstage
Ab 40 Jahre 30 Arbeitstage
💡 Auch angestellte Lehrkräfte nehmen ihren Urlaub in der Regel in den Schulferien — der Dienstherr kann die Urlaubszeiten entsprechend festlegen.

Schulferien als Erholungszeit

Für verbeamtete Lehrer gelten Schulferien als strukturierte Erholungszeit. Durchschnittlich gibt es in deutschen Bundesländern:

Ferienblock Dauer
Sommerferien 6 Wochen
Weihnachtsferien 2 Wochen
Osterferien 2 Wochen
Herbstferien 1–2 Wochen
Pfingstferien 1 Woche
Gesamt (Durchschnitt) ~75 Tage/Jahr

Urlaub bei Krankheit in den Ferien

Eine häufige Frage: Was passiert, wenn ein Lehrer in den Ferien krank wird?

Verbeamtete Lehrer: Da es keinen formellen Urlaubsanspruch gibt, gibt es auch keine Möglichkeit, „verlorene“ Ferientage nachzuholen. Wer in den Sommerferien krank ist, bekommt keine Extra-Freitage.

Angestellte Lehrer (TV-L): Bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit (Attest) während des Urlaubs werden diese Tage nicht auf den Urlaubsanspruch angerechnet — ähnlich wie bei anderen Arbeitnehmern auch.

ℹ️ Das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt, dass angestellte Lehrer, die während der Ferien krankgeschrieben sind, keine Urlaubstage verlieren.

Sonderurlaub für Lehrer

Auch verbeamtete Lehrer können in bestimmten Fällen Sonderurlaub (Dienstbefreiung) erhalten:

  • Heirat: 1–3 Tage je nach Bundesland
  • Geburt eines Kindes: 1–2 Tage (für den Partner)
  • Tod naher Angehöriger: 1–3 Tage
  • Umzug: 1 Tag (dienstlicher Anlass)
  • Ehrenamt / politisches Amt: Nach Notwendigkeit

Urlaub in Elternzeit / Teilzeit

Bei Elternzeit oder Teilzeit kann sich der (faktische) Urlaubsanspruch verringern — verbeamtete Lehrer sind hier durch die Ferienregelung meist nicht direkt betroffen. Angestellte Lehrer haben in Elternzeit reduzierte Urlaubsansprüche (proportional zur Elternzeitdauer).

→ Mehr zur Elternzeit für Lehrer

Ferien sind kein Urlaub — was in der unterrichtsfreien Zeit gilt

Der verbreitetste Irrtum über den Lehrberuf steckt schon in der Frage. Die Ferien sind rechtlich unterrichtsfreien Zeit, nicht Urlaub. Der Erholungsurlaub liegt lediglich innerhalb dieser Zeit — er ist ein Teil davon, nicht ihr Ganzes. Deshalb muss er auch nicht beantragt werden, und deshalb gibt es keinen Anspruch darauf, ihn während der Unterrichtszeit zu nehmen.

Praktisch bedeutet das: In der unterrichtsfreien Zeit können Aufgaben anfallen, die zum Dienst gehören — Vorbereitung des kommenden Schuljahres, Nachbereitung von Prüfungen, Korrekturen, Konferenzen, Fortbildungen oder Aufnahmeverfahren. Die Stunden dafür werden nicht gesondert vergütet, weil die Jahresarbeitszeit sie bereits umfasst; die Pflichtstundenzahl beschreibt nur den Unterrichtsanteil, nicht die gesamte Arbeitszeit.

Wer darf was anordnen? Für die Einteilung innerhalb der unterrichtsfreien Zeit ist die Schulleiterin beziehungsweise der Schulleiter zuständig. Dienstliche Termine in den Ferien sind zulässig, dürfen den Erholungsurlaub aber nicht aufzehren — er muss zusammenhängend gewährt werden können. Wer über längere Zeiträume verplant wird, sollte das dokumentieren und die Schulleitung darauf ansprechen.

Gut abgesichert in den Ferien

Wer krank ist, macht sich keine Gedanken über Urlaub — wichtiger ist eine solide DU-Versicherung für den Ernstfall.

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Weitere Rechte und Pflichten

Erholungsurlaub im Dienst: Anspruch für Lehrkräfte

Der Anspruch auf Erholungsurlaub ist für Lehrerinnen und Lehrer im Beamtenverhältnis durch das jeweilige Landesbeamtengesetz geregelt. Anders als bei Angestellten richtet sich der Urlaub von Beamten im Dienst nicht nach dem Bundesurlaubsgesetz, sondern nach länderspezifischen Urlaubsverordnungen.

Verbeamtete Lehrkräfte haben in der Regel einen Erholungsurlaub von 30 Tagen pro Jahr, der während der Schulferien genommen wird. Der tatsächliche Urlaubsanspruch kann je nach Bundesland und Dienstalter variieren.

Kein Urlaubsantrag — und kein Verfall

Weil der Urlaub durch die Ferien als abgegolten gilt, entfallen für verbeamtete Lehrkräfte auch einige Regeln, die sonst im öffentlichen Dienst wichtig sind. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat 2022 ausdrücklich festgestellt, dass Lehrkräfte ihren Erholungsurlaub stets in den Ferien nehmen und der Dienstherr sie deshalb nicht auf einen drohenden Verfall des Urlaubs hinweisen muss (VG Gelsenkirchen, Urteil vom 25.05.2022, Az. 1 K 4290/20). Eine Ansammlung nicht genommener Urlaubstage ist bei Lehrkräften daher praktisch ausgeschlossen.

Zum Vergleich: Für andere Bundesbeamte verfällt nicht genommener Erholungsurlaub grundsätzlich, wenn er nicht bis zum 31. Dezember des Folgejahres genommen wurde — nur der unionsrechtlich geschützte Mindesturlaub von 20 Tagen verfällt bei längerer Krankheit später.

Verbeamtet oder angestellt: Wo liegt der Unterschied?

Für angestellte Lehrkräfte gilt nicht das Beamtenrecht, sondern der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Nach § 26 TV-L beträgt der Erholungsurlaub bei einer Fünftagewoche ebenfalls 30 Arbeitstage pro Kalenderjahr. Der gesetzliche Mindestrahmen ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz (§ 3 BUrlG): mindestens 24 Werktage, was bei einer Fünftagewoche 20 Arbeitstagen entspricht.

In der Sache landen beide Gruppen also beim gleichen Ergebnis: Auch angestellte Lehrkräfte nehmen ihren Urlaub in den Schulferien. Der Unterschied liegt weniger im Urlaub selbst als in Besoldung, Absicherung und Statusfragen. Wie sich das finanziell auswirkt, zeigen unsere Besoldungstabellen 2026; angestellte Lehrkräfte können ihr Entgelt mit dem TV-L-Rechner abschätzen.

  • Verbeamtete Lehrkräfte: Erholungsurlaub nach EUrlV / Landesbeamtengesetz, in der Regel 30 Arbeitstage, abgegolten durch die Ferien.
  • Angestellte Lehrkräfte: Erholungsurlaub nach § 26 TV-L, ebenfalls 30 Arbeitstage bei Fünftagewoche, gesetzlicher Sockel nach § 3 BUrlG.

Sonderurlaub: Wann und wie viel?

Neben dem regulären Erholungsurlaub haben Beamte Anspruch auf Sonderurlaub bei bestimmten Anlässen. Die genauen Regelungen stehen in den Sonderurlaubs- beziehungsweise Freistellungsverordnungen der Länder und weichen im Detail voneinander ab. Typische Anlässe sind:

  • Eigene Hochzeit: 1–3 Tage (je nach Bundesland)
  • Geburt eines Kindes: 1–2 Tage
  • Tod naher Angehöriger: 1–3 Tage
  • Umzug: 1 Tag (dienstlich bedingt)
  • Ehrenamt: in vielen Bundesländern mehrere Tage pro Jahr

Sonderurlaub ist für Lehrkräfte damit der praktisch wichtigste Fall einer Freistellung während der Unterrichtszeit.

Praxisbeispiel

Frau K. ist verbeamtete Realschullehrerin und plant, im Oktober eine Woche zu verreisen — außerhalb der Herbstferien. Sie stellt fest: Ein Urlaubsantrag ist für sie nicht vorgesehen, weil ihr Erholungsurlaub bereits durch die Schulferien abgegolten ist. Für die Reise während der Unterrichtszeit bliebe nur eine Dienstbefreiung aus wichtigem Grund — die aber nicht für private Reisewünsche gedacht ist. Das Beispiel zeigt: Die 30 Urlaubstage sind real vorhanden, ihre Lage ist aber fest an den Ferienkalender gebunden.

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