Referendariat Gehalt: Anwärterbezüge nach Bundesland

Referendariat Gehalt – Was verdienen Referendare 2026?
Referendariat & Anwärterbezüge

Referendariat-Gehalt: Anwärterbezüge nach Bundesland im Überblick

Was verdienen Lehramtsreferendarinnen und Referendare wirklich? Alle wichtigen Bundesländer im Vergleich – mit Anwärtergrundbetrag, Netto-Beispielen und Zuschlägen. Stand 2025.

1.725–1.815 €Anwärtergrundbetrag A13 (brutto)
12–24 MonateDauer des Vorbereitungsdienstes
SozialabgabenfreiBeamte auf Widerruf

Wie hoch ist die Vergütung im Referendariat?

Referendarinnen und Referendare werden als Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst eingestellt. Sie erhalten deshalb kein Gehalt im arbeitsrechtlichen Sinne, sondern sogenannte Anwärterbezüge. Diese setzen sich zusammen aus dem Anwärtergrundbetrag (dem festen Monatsbetrag je nach angestrebtem Eingangsamt) und – je nach Bundesland – zusätzlichen Bausteinen wie Anwärtersonderzuschlag, Familienzuschlag und einer jährlichen Sonderzahlung.

Die Anwärterbezüge liegen deutlich unter einem regulären Lehrergehalt, sind steuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei: Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf zahlen Sie keine Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Wie viel netto vom Brutto übrig bleibt, hängt vor allem von Ihrer Steuerklasse und Ihrem privaten Krankenversicherungsbeitrag ab. Eine erste Orientierung liefert unser Gehaltsrechner für Lehrkräfte.

ℹ️ Wichtig – Lehrkräfte sind Landesbeamte: Die Höhe der Anwärterbezüge legt jedes Bundesland über sein eigenes Landesbesoldungsgesetz fest. Die Werte auf dieser Seite geben den Stand 2025 wieder. Für 2026 sind in mehreren Ländern lineare Anpassungen angekündigt; verbindliche Zahlen stehen erst mit Verabschiedung der jeweiligen Landeshaushalte fest.

Anwärterbezüge nach Bundesland (Anwärtergrundbetrag 2025)

Der Anwärtergrundbetrag richtet sich nach dem Eingangsamt des angestrebten Lehramts – meist A13 (höherer Dienst, z. B. Gymnasium, Realschule, berufliche Schulen) oder A12 (Teile des Grund- und Hauptschullehramts, dort vielerorts in Anhebung auf A13). Die folgenden Werte gelten brutto pro Monat, Stand 01.02.2025:

Bundesland Anwärtergrundbetrag A13 (brutto/Monat) Netto-Beispiel (ledig, Steuerklasse I)
Bayern 1.735 € (A13)
Gymnasium/Berufsschule 1.770 € (A13 + Strukturzulage)
Grund-/Mittelschule A12: 1.703 €
ca. 1.560–1.620 € (vor privatem KV-Beitrag)
Baden-Württemberg 1.726 € (A13)
gehobener Dienst A12: 1.694 €
ca. 1.550–1.610 € (vor privatem KV-Beitrag)
Nordrhein-Westfalen 1.733 € (A13)
A12 (u. a. Grundschule): 1.700 €
ca. 1.560–1.620 € (vor privatem KV-Beitrag)

Quellen: dbb-Besoldungstabellen der Länder bzw. Landesamt für Besoldung, jeweils Stand 01.02.2025. Netto-Werte sind gerundete Näherungen für ledige Anwärter der Steuerklasse I ohne Kirchensteuer und vor Abzug des privaten Krankenversicherungsbeitrags; der individuelle Betrag hängt von Kirchensteuer, PKV-Tarif und Familienstand ab.

ℹ️ Bundesweit ähnliches Niveau: Der reine Anwärtergrundbetrag für A13 liegt 2025 in den meisten Bundesländern relativ eng beieinander (rund 1.725–1.815 € brutto); Länder wie Hessen und Sachsen liegen mit rund 1.795–1.815 € dabei am oberen Rand. Die spürbaren Unterschiede zwischen den Ländern entstehen vor allem durch den Anwärtersonderzuschlag (siehe unten), den Familienzuschlag sowie die jährliche Sonderzahlung.

Warum das Netto oft höher wirkt als gedacht

Weil Anwärterinnen und Anwärter keine Sozialabgaben zahlen und der Anwärtergrundbetrag nur knapp über dem steuerlichen Grundfreibetrag liegt, fällt die Lohnsteuer gering aus. Vom Brutto gehen im Wesentlichen nur Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und Ihr privater Krankenversicherungsbeitrag ab. Deshalb bleibt netto verhältnismäßig viel übrig – bis Sie den PKV-Beitrag gegenrechnen. Den genauen Wert für Ihr Bundesland ermitteln Sie im Gehaltsrechner.

Anwärtersonderzuschlag und weitere Zuschläge

Viele Länder zahlen zusätzlich zum Grundbetrag einen Anwärtersonderzuschlag – häufig, um den Lehrernachwuchs zu sichern oder gezielt Mangelfächer zu fördern. Nach den Besoldungsgesetzen soll dieser Zuschlag den Anwärtergrundbetrag in der Regel um höchstens 70 Prozent ergänzen (in Ausnahmefällen ist er bis zu 100 Prozent möglich). Wo er gezahlt wird, kann er die monatlichen Bezüge deutlich anheben. Da Voraussetzungen, Fächer und Höhe je nach Land und Einstellungsjahr stark schwanken, gilt hier immer: die aktuelle Regelung Ihres Bundeslandes prüfen.

  • Familienzuschlag: Verheiratete erhalten die Stufe 1 (je nach Land ca. 150–170 € monatlich), pro Kind kommt ein weiterer Betrag hinzu (grob ca. 130–260 € je Kind, landesabhängig).
  • Jährliche Sonderzahlung: In den meisten Ländern gibt es eine Sonderzahlung im Kalenderjahr, häufig als Anteil (z. B. rund 70 %) der Monatsbezüge – die frühere Weihnachtsgeld-Regelung.
  • Vermögenswirksame Leistungen: Werden regelmäßig zusätzlich gewährt.
💡 Tipp: Prüfen Sie, ob Ihr Bundesland einen Ballungsraumzuschlag für besonders teure Regionen zahlt (etwa die München-Zulage in Bayern) – das kann in Hochpreisregionen einige Hundert Euro im Jahr ausmachen.

Besoldung im Referendariat: Was bedeutet das genau?

Das Referendariat ist rechtlich der Vorbereitungsdienst auf das Lehramt. Die Vergütung heißt offiziell Besoldung (in Form der Anwärterbezüge) und richtet sich nach dem jeweiligen Landesbesoldungsgesetz – nicht nach einem Tarifvertrag. Anders sieht es aus, wenn Sie in einzelnen Ländern oder Konstellationen nicht verbeamtet werden: Dann erfolgt die Vergütung als Angestellte nach TV-L, die teils höher liegt, aber mit vollen Sozialversicherungsbeiträgen einhergeht. Für den Angestelltenfall lohnt ein Blick in den TV-L-Rechner.

Besoldungsgruppe A13: Ihr Einstieg nach dem Referendariat

Nach bestandenem Zweiten Staatsexamen erfolgt bei Einstellung die Berufung zum Beamten auf Probe, in der Regel in der Besoldungsgruppe A13 (Studienräte an Gymnasien und Gesamtschulen). Für das Grund- und Hauptschullehramt wird die frühere A12-Eingruppierung in immer mehr Ländern auf A13 angehoben. Der Sprung vom Anwärterbezug auf das volle A13-Einstiegsgehalt bedeutet mehrere Tausend Euro Unterschied im Monat – eine Übersicht bietet unser Besoldungstabellen-Überblick.

Besoldung und Familienstand

Wie viel Sie im Referendariat netto zur Verfügung haben, hängt stark vom Familienstand ab. Ledige erhalten nur den Grundbetrag; Verheiratete und Eltern bekommen zusätzlich Familienzuschläge:

Familienstand Auswirkung auf die Besoldung
Ledig, keine Kinder nur Anwärtergrundbetrag
Verheiratet + Familienzuschlag Stufe 1 (ca. 150–170 €)
Verheiratet, 1 Kind + Stufe 1 + Kinderanteil (grob ca. 130–260 € je Kind)
Verheiratet, 2 Kinder + Stufe 1 + Kinderanteil je Kind

Näherungswerte – die genauen Beträge legt jedes Bundesland eigenständig fest.

Steuerklasse im Referendariat: Was vom Brutto bleibt

Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf zahlen Sie keine Sozialversicherungsbeiträge. Vom Anwärtergrundbetrag gehen nur Lohnsteuer, meist 0 € Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer sowie Ihr privater Krankenversicherungsbeitrag (mit Beihilfe) ab. Wie viel Lohnsteuer anfällt, hängt von Ihrer Steuerklasse ab:

Steuerklasse Für wen Wirkung
I ledig, ohne Kinder höchster Abzug
II alleinerziehend Entlastungsbetrag
III / V verheiratet (ungleiche Gehälter) günstig für den Hauptverdiener
IV / IV verheiratet (ähnliche Gehälter) ausgewogen

Weil Beamte keine Sozialabgaben zahlen, bleibt vom Anwärterbezug deutlich mehr netto übrig als bei Angestellten mit gleichem Brutto. Den genauen Wert für Ihr Bundesland zeigt der Gehaltsrechner.

Krankenversicherung: der wichtigste Abzugsposten

Verbeamtete Referendare sind beihilfeberechtigt: Der Dienstherr übernimmt über die Beihilfe einen Teil der Krankheitskosten (in der Regel 50 % für Ledige, mehr ab zwei Kindern). Den verbleibenden Anteil decken Sie über eine private Krankenversicherung (PKV) ab. Der PKV-Beitrag im Referendariat liegt – je nach Alter, Tarif und Selbstbeteiligung – häufig zwischen rund 80 und 200 € im Monat und muss beim Netto-Budget mit eingeplant werden. Details zu Beihilfe und Tarifwahl finden Sie im Beihilfe-Überblick für Lehrkräfte sowie im Ratgeber Versicherungen im Referendariat.

⚠️ PKV frühzeitig abschließen: Je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind, desto günstiger bleibt Ihr Beitrag dauerhaft. Wer die Antragstellung bis zum Dienstbeginn aufschiebt, riskiert Risikozuschläge – ein Vergleich vor dem Referendariat lohnt sich.

Nebenverdienst im Referendariat

Nebentätigkeiten sind grundsätzlich erlaubt, als Beamter auf Widerruf aber genehmigungspflichtig. Kleinere Tätigkeiten bleiben oft unbürokratisch, größere Nebenjobs müssen Sie beim Dienstherrn anzeigen und genehmigen lassen; Umfang und Art dürfen den Vorbereitungsdienst nicht beeinträchtigen. Klären Sie Genehmigung und Grenzen frühzeitig mit Ihrem Seminar oder Ihrer Bezirksregierung.

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Häufige Fragen zu Anwärterbezügen und Referendariatsgehalt

Wie viel verdient man im Referendariat?

Angehende Lehrkräfte erhalten Anwärterbezüge. Der Anwärtergrundbetrag für das Eingangsamt A13 liegt 2025 je nach Bundesland bei rund 1.725 bis 1.815 € brutto im Monat; hinzu kommen je nach Land Anwärtersonderzuschlag, Familienzuschlag und eine jährliche Sonderzahlung. Netto bleiben ledigen Anwärtern grob 1.500 bis 1.650 € – vor Abzug des privaten Krankenversicherungsbeitrags.

Wie hoch sind die Anwärterbezüge in Bayern?

In Bayern beträgt der Anwärtergrundbetrag 2025 für A13 rund 1.735 € brutto, für das Gymnasial- und Berufsschullehramt mit Strukturzulage 1.770 €. Für Grund- und Mittelschule (A12) sind es rund 1.703 €. Dazu kommen Familienzuschlag und Sonderzahlung.

Wie hoch sind die Anwärterbezüge in Baden-Württemberg und NRW?

In Baden-Württemberg liegt der A13-Anwärtergrundbetrag 2025 bei rund 1.726 € brutto (A12: 1.694 €), in Nordrhein-Westfalen bei rund 1.733 € (A12: 1.700 €). Die Werte liegen damit auf ähnlichem Niveau wie in Bayern; die tatsächlichen Unterschiede entstehen vor allem über Sonderzuschläge.

Welches Bundesland zahlt am meisten im Referendariat?

Beim reinen Anwärtergrundbetrag liegen die meisten Länder 2025 relativ eng beieinander; Länder wie Hessen und Sachsen liegen etwas höher. Höhere Gesamtbezüge ergeben sich zusätzlich dort, wo ein Anwärtersonderzuschlag gezahlt wird – häufig in Mangelfächern. Ein pauschales Ranking ist deshalb wenig aussagekräftig; entscheidend sind Fach, Schulform und die aktuelle Länderregelung.

Sind Anwärterbezüge steuerpflichtig?

Ja. Anwärterbezüge sind lohnsteuerpflichtig. Da der Grundbetrag jedoch nur knapp über dem steuerlichen Grundfreibetrag liegt und keine Sozialabgaben anfallen, fällt die Lohnsteuer gering aus.

Bekomme ich im Referendariat Weihnachtsgeld?

In den meisten Bundesländern gibt es eine jährliche Sonderzahlung, die die frühere Weihnachtsgeld-Regelung ersetzt – häufig als Anteil der Monatsbezüge. Höhe und Auszahlungsmonat legt jedes Land selbst fest.

Welche Steuerklasse habe ich im Referendariat?

Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf richtet sich Ihre Lohnsteuerklasse nach dem Familienstand: ledig Klasse I, verheiratet je nach Konstellation III/V oder IV/IV. Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an.

Wie lange dauert das Referendariat?

Der Vorbereitungsdienst dauert je nach Bundesland und Schulform zwischen 12 und 24 Monaten – in einigen Ländern 18 Monate, in Bayern klassisch 24 Monate.

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