
Krankenversicherung für Lehrer – PKV mit Beihilfe optimal absichern
Als verbeamteter Lehrer hast du Anspruch auf staatliche Beihilfe – und zahlst damit deutlich weniger für deine private Krankenversicherung als andere Berufsgruppen. Hier erfährst du alles, was du für die richtige Entscheidung brauchst.
PKV oder GKV? Die Entscheidungsgrundlage
| PKV + Beihilfe (Beamte) | GKV (freiwillig) | |
|---|---|---|
| Wer zahlt wie viel? | Beihilfe meist 50 % (ab zwei Kindern 70 %) + PKV-Eigenanteil | Ohne pauschale Beihilfe voller Beitrag selbst: 14,0 % + Zusatzbeitrag (2026 im Schnitt 2,9 %); mit pauschaler Beihilfe die Hälfte |
| Monatlicher Beitrag (ca.) | ca. 250 – 400 € bei Einstieg mit 30–35 und 50 % Beihilfe (Stand Februar 2025; bei Stiftung Warentest inkl. Pflegepflichtversicherung) | einkommensabhängig, z. B. 845 € bei 5.000 € brutto; beim durchschnittlichen Zusatzbeitrag höchstens rund 982 € (2026, ohne Pflegeversicherung); mit pauschaler Beihilfe die Hälfte |
| Leistungsumfang | Oft besser (Chefarzt, Einzelzimmer) | Standardleistungen gesetzl. Katalog |
| Beitragsanstieg im Alter | Ja – aber durch Beihilfe abgemildert | Einkommensabhängig, stabil |
| Familie mitversichern | Jedes Mitglied eigener Vertrag | Ehepartner und Kinder unter Voraussetzungen beitragsfrei familienversichert (§ 10 SGB V) |
Beihilfe: Wie viel zahlt der Staat?
Die Beihilfe ist ein staatlicher Zuschuss zu den Krankheitskosten von Beamten. Die Höhe richtet sich in den meisten Ländern nach Status und Kinderzahl:
- Aktive Beamte ohne oder mit einem Kind: 50 % Beihilfe (du versicherst die restlichen 50 % privat)
- Beamte mit zwei oder mehr Kindern: 70 % Beihilfe (Sachsen: 70 % schon ab dem ersten, 90 % ab dem zweiten Kind; Hessen: 60 %, verheiratet 65 %)
- Beamte im Ruhestand: 70 % Beihilfe (Bremen 60 bis 80 % je nach Angehörigen, Hessen 10 Punkte mehr als im Dienst, Sachsen mit zwei oder mehr Kindern 90 %)
- Ehepartner ohne oder mit geringem eigenem Einkommen: meist 70 % Beihilfe (Sachsen 90 %, Hessen wie der Satz des beihilfeberechtigten Partners; die Einkommensgrenze legt jedes Land selbst fest)
Das bedeutet: Du musst mit deiner PKV nur den verbleibenden Anteil absichern – meist 50 %, ab zwei Kindern 30 %. Das führt zu deutlich niedrigeren Beiträgen als in der GKV.
Was kostet die PKV für Lehrer?
Als verbeamtete Lehrkraft versicherst du privat nur den Teil deiner Krankheitskosten, den die Beihilfe nicht übernimmt. Dein Beitrag hängt deshalb nicht vom Gehalt ab, sondern von vier Punkten: deinem Alter beim Abschluss, deiner Gesundheit, dem Leistungsumfang des Tarifs und deinem Beihilfesatz. Wer jung und gesund einsteigt, zahlt auf Dauer weniger, weil der Versicherer aus den Beiträgen der ersten Jahre Rückstellungen für das Alter aufbaut.
Was das in Euro bedeutet, zeigen zwei Vergleiche. Beide gehen von gesunden Beamten mit 50 Prozent Beihilfe und von Tarifen mit gutem Leistungsniveau aus:
| Vergleich | Musterfall | Monatsbeitrag |
|---|---|---|
| Stiftung Warentest Finanzen 3/2025 (Test vom 19.02.2025) | 30 Jahre, ledig, Beihilfe 50 % (Bund), Zweibettzimmer und Wahlarzt, ohne Selbstbehalt, Pflegepflichtversicherung enthalten | 250 bis 396 € |
| Finanztip, Beitragsabfrage über ein Vergleichsportal vom 22.01.2025 (Beiträge gerundet) | 35 Jahre, Landesbeamter in Nordrhein-Westfalen, Beihilfe 50 %, drei besonders leistungsstarke Tarife | 356 bis 398 € |
Als Richtwert heißt das: Steigst du mit 30 bis 35 Jahren gesund ein und bekommst 50 Prozent Beihilfe, lagen gute Tarife Anfang 2025 bei etwa 250 bis 400 Euro im Monat. Zum 1. Januar 2026 haben die Versicherer nach Angaben des PKV-Verbands bei rund 60 Prozent der Privatversicherten die Beiträge erhöht, im Durchschnitt um etwa 13 Prozent. Ein aktuelles Angebot kann deshalb darüber liegen. Teurer wird es außerdem mit Vorerkrankungen, für die der Versicherer einen Risikozuschlag verlangen kann, und mit Zusatzbausteinen wie dem Einbettzimmer.
Dein Beihilfesatz bestimmt, wie viel du versichern musst
Der private Tarif schließt genau die Lücke, die die Beihilfe offenlässt. Bei 50 Prozent Beihilfe brauchst du einen 50-Prozent-Tarif, bei 70 Prozent nur noch einen 30-Prozent-Tarif. Je kleiner der Anteil, den der Versicherer erstattet, desto niedriger fällt der Beitrag aus. Ändert sich dein Satz, zum Beispiel durch das zweite Kind oder die Pensionierung, muss der Versicherer deinen Schutz auf Antrag an den neuen Satz anpassen. Stellst du den Antrag innerhalb von sechs Monaten, gibt es dafür keine neue Gesundheitsprüfung und keine Wartezeit (§ 199 VVG).
| Deine Situation | Beihilfe (meiste Länder) | Dein PKV-Tarif | Abweichungen |
|---|---|---|---|
| im Dienst, kein oder ein Kind | 50 % | 50 % | Sachsen: mit einem Kind schon 70 %. Hessen: allein 50 %, verheiratet 55 % (nur wenn der Ehepartner nicht selbst beihilfeberechtigt ist und seine Einkünfte unter einer Grenze liegen), je Kind 5 Punkte mehr, aber nur bei einem Elternteil, höchstens 70 % |
| im Dienst, ab zwei Kindern | 70 % | 30 % | Sachsen: 90 %. Hessen: 60 %, verheiratet 65 % |
| im Ruhestand | 70 % | 30 % | Bremen: 60 %, mit Angehörigen bis 80 %. Hessen: 10 Punkte mehr als im Dienst. Sachsen mit zwei oder mehr Kindern: 90 %. Rheinland-Pfalz und Saarland: auf Antrag 80 %, wenn der PKV-Beitrag 15 % des Einkommens übersteigt (Rheinland-Pfalz nur bei niedrigem Einkommen) |
| deine Kinder | 80 % | 20 % | Sachsen: 90 %. Schleswig-Holstein: 90 % ab drei Kindern. Hessen: kein eigener Kindersatz, es gilt der Satz des Elternteils (50 bis 70 %) |
Sind beide Eltern beihilfeberechtigt, bekommt in den meisten Ländern nur einer von beiden den wegen der Kinder erhöhten Satz. Alle Sätze nach Bundesland findest du in der Übersicht Beihilfebemessungssatz für Lehrer.
Was du beim Abschluss festlegst – und was sich später noch ändern lässt
Ein Vergleich, der nur Monatsbeiträge nebeneinanderstellt, greift bei Beamten zu kurz. Von den vier Größen, die deinen Beitrag bestimmen, stehen zwei mit dem Vertragsschluss fest, und auch der Leistungsumfang lässt sich später nur mit Einschränkungen erweitern. Ein Tarif, der heute etwas günstiger ist, kann deshalb nach zwanzig Jahren der teurere sein. Achte beim Angebot darauf, wie der Versicherer seine Alterungsrückstellungen aufbaut und wie sich seine Beiträge in der Vergangenheit entwickelt haben.
| Stellschraube | So wirkt sie | Lässt sie sich später ändern? |
|---|---|---|
| Eintrittsalter | je jünger beim Abschluss, desto niedriger – auf Dauer | nein |
| Gesundheitszustand beim Abschluss | vereinbarte Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse bleiben Teil des Vertrags | in der Regel nicht |
| Beihilfebemessungssatz | legt fest, wie viel Prozent deiner Kosten der Tarif erstatten muss | ja, auf Antrag; stellst du ihn binnen sechs Monaten, ohne neue Risikoprüfung und ohne Wartezeit (§ 199 Abs. 2 VVG) |
| Leistungsumfang (Zimmer, Chefarzt, Zahnersatz) | mehr Leistung, höherer Beitrag | Wechsel in gleichartige Tarife deines Versicherers unter Anrechnung der Alterungsrückstellung; für Mehrleistungen darf der Versicherer einen Risikozuschlag, einen Leistungsausschluss oder eine Wartezeit verlangen (§ 204 Abs. 1 VVG) |
Wichtig ist die dritte Zeile: Die Anpassung an einen neuen Beihilfesatz geschieht nicht von selbst. Bekommst du nach dem zweiten Kind 70 Prozent Beihilfe, zahlst du weiter für einen 50-Prozent-Tarif, bis du die Umstellung beantragst. Gleiche deshalb jeden neuen Beihilfebescheid mit deinem Versicherungsschein ab.
Praxisbeispiel: Jana rechnet drei Wege durch
Jana ist 30, ledig und gesund. Sie wird in Sachsen als Gymnasiallehrerin auf Probe verbeamtet. Für die Rechnung nehmen wir Bezüge von 5.000 Euro brutto im Monat an; das ist ein Rechenwert, keine Zahl aus der Besoldungstabelle. Sachsen bietet die pauschale Beihilfe an, Jana hat also drei Möglichkeiten:
- PKV mit Beihilfe: Die Beihilfe übernimmt die Hälfte ihrer Krankheitskosten, für die andere Hälfte schließt Jana einen 50-Prozent-Tarif ab. Liegt ihr Beitrag in der Spanne aus dem Test der Stiftung Warentest (Stand Februar 2025), zahlt sie 250 bis 396 Euro im Monat, also 3.000 bis 4.752 Euro im Jahr. Die Pflegepflichtversicherung ist darin schon enthalten.
- Gesetzliche Kasse mit pauschaler Beihilfe: Beamte haben in der gesetzlichen Kasse keinen Anspruch auf Krankengeld, deshalb gilt für Jana der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 Prozent. Mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent sind das 16,9 Prozent von 5.000 Euro, also 845 Euro im Monat, solange sie keine weiteren Einnahmen wie Mieten oder Kapitalerträge hat. Die Hälfte trägt der Dienstherr als pauschale Beihilfe, für Jana bleiben 422,50 Euro, dazu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung.
- Gesetzliche Kasse ohne Zuschuss: In einem Land ohne pauschale Beihilfe müsste Jana die 845 Euro allein zahlen, ebenfalls zuzüglich Pflegeversicherung.
Mit den Beiträgen von Anfang 2025 spricht die Rechnung für die PKV: Jana zahlt dort 26,50 bis 172,50 Euro im Monat weniger als in der gesetzlichen Kasse mit pauschaler Beihilfe, und in der Kasse käme der Pflegebeitrag noch hinzu. Seit den Erhöhungen zum 1. Januar 2026 kann der Abstand kleiner ausfallen und bei teureren Tarifen ganz verschwinden. Ob die PKV für sie weiter vorn liegt, zeigt deshalb erst ein aktuelles Angebot. Den gesetzlichen Weg könnte sie außerdem nur gehen, wenn sie sich überhaupt freiwillig gesetzlich versichern darf; dafür verlangt § 9 SGB V bestimmte Vorversicherungszeiten. Anders kann die Rechnung mit Kindern aussehen: In der gesetzlichen Kasse sind sie unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei familienversichert, in der PKV braucht jedes Kind einen eigenen Vertrag. In Sachsen zahlt die Beihilfe für Kinder allerdings 90 Prozent, sodass ein 10-Prozent-Tarif reicht. Janas eigener Satz stiege dort schon mit dem ersten Kind auf 70 Prozent, ihr eigener Tarif müsste dann nur noch 30 Prozent abdecken. Beachte: Die Spanne aus dem Test der Stiftung Warentest gilt für einen Musterfall mit Bundesbeihilfe. Weil das Beihilferecht der Länder zum Beispiel bei Chefarzt und Zweibettzimmer unterschiedlich ist, kann Janas Tarif anders zugeschnitten sein.
Die Wahl ist meist endgültig
Wer die pauschale Beihilfe beantragt, verzichtet damit auf die klassische Beihilfe. In Sachsen und den meisten anderen Ländern mit pauschaler Beihilfe lässt sich diese Entscheidung nicht mehr zurücknehmen. Rechne deshalb auch die Jahre mit Familie und den Ruhestand mit, bevor du dich festlegst.
Referendariat: günstiger Ausbildungstarif mit Ablaufdatum
Im Vorbereitungsdienst bist du Beamtin oder Beamter auf Widerruf und hast mit den Anwärterbezügen schon Anspruch auf Beihilfe. Der Satz liegt in der Regel bei 50 Prozent; Hessen zahlt Anwärterinnen und Anwärtern 70 Prozent, auch für ihre Angehörigen. Für den Rest bieten viele Versicherer eigene Ausbildungstarife an.
Ein solcher Ausbildungstarif kann günstiger sein als der spätere Normaltarif. Ein Grund steht im Gesetz: Für Ausbildungsversicherungen dürfen Versicherer eine feste Laufzeit vereinbaren (§ 195 Abs. 2 VVG), und bei solchen befristeten Verträgen entfällt der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent (§ 149 VAG). Ob dein Tarif befristet ist und ob er Alterungsrückstellungen aufbaut, steht in den Tarifbedingungen. Nach dem Referendariat gehst du in einen regulären Tarif über, und dann gilt das Beitragsniveau aus der Tabelle oben. Lass dir im Angebot deshalb immer zwei Zahlen nennen: den Beitrag im Referendariat und den Beitrag ab der Verbeamtung auf Probe.
Drei Punkte, die Referendare kennen sollten
Zahnersatz: In vielen Ländern zahlt die Beihilfe im Vorbereitungsdienst nichts für Zahnersatz, Kronen und Implantate. Ausnahmen gelten nach einem Unfall während des Vorbereitungsdienstes oder wenn du vorher mindestens drei Jahre ohne Unterbrechung im öffentlichen Dienst warst.
Öffnungsaktion: Stellst du den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Beginn deines Beamtenverhältnisses, nehmen dich die teilnehmenden Versicherer auch mit Vorerkrankungen auf: ohne Ablehnung, ohne Leistungsausschlüsse und mit einem Risikozuschlag von höchstens 30 Prozent. Das gilt für den Tarif, der die Beihilfe auf 100 Prozent ergänzt. Wahlleistungen wie Chefarzt oder Zweibettzimmer sind nur dabei, soweit auch die Beihilfe deines Landes sie zahlt; für Beihilfeergänzungstarife gilt die Öffnungsaktion nicht. Nach den Bedingungen des PKV-Verbands steht sie auch Beamtinnen und Beamten auf Probe offen, die im Referendariat noch gesetzlich versichert waren. Stell den Antrag in diesem Fall möglichst bald nach der Verbeamtung auf Probe.
Übergang: Mit dem Ende des Vorbereitungsdienstes endet auch dein Beihilfeanspruch als Anwärter. Kläre mit deinem Versicherer vorher, wie es bis zur ersten Stelle weitergeht.
Mehr zum Start findest du unter Krankenversicherung im Referendariat.
Angestellte Lehrkräfte: Arbeitgeberzuschuss statt Beihilfe
Bist du nicht verbeamtet, sondern nach Tarifvertrag angestellt, gelten für dich die Regeln für Arbeitnehmer. Du bist in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, solange dein regelmäßiges Jahresgehalt die Versicherungspflichtgrenze nicht übersteigt. Sie liegt 2026 bei 77.400 Euro im Jahr, das sind 6.450 Euro im Monat. Familienbezogene Zuschläge zählen dabei nicht mit. Wer schon Ende 2002 wegen seines Gehalts privat versichert war, hat eine niedrigere Grenze von 69.750 Euro.
Steigt dein Gehalt während der Beschäftigung über die Grenze, endet die Pflichtversicherung erst mit Ablauf des Kalenderjahres, und auch nur dann, wenn es zugleich die Grenze des nächsten Jahres übersteigt (§ 6 Abs. 4 SGB V). Liegt es schon bei Arbeitsbeginn darüber, bist du von Anfang an versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Die Beihilfetarife aus der Tabelle oben passen trotzdem nicht zu dir: Die Beihilfe ist in den Beamtengesetzen der Länder geregelt und steht Beamtinnen und Beamten zu. Du brauchst also einen Tarif, der die vollen Kosten abdeckt. Dazu zahlt dein Arbeitgeber einen Zuschuss in Höhe der Hälfte deines Beitrags, 2026 für die Krankenversicherung aber maximal 508,59 Euro monatlich (§ 257 SGB V). Wie hoch dein Jahresgehalt ist, kannst du mit dem TV-L-Rechner prüfen. Beide Wege im Vergleich zeigt der Beitrag Beamter oder angestellter Lehrer.
Pauschale Beihilfe: gesetzlich versichert mit Zuschuss
In mehreren Ländern kannst du statt der klassischen Beihilfe eine pauschale Beihilfe wählen. Der Dienstherr beteiligt sich dann nicht mehr an einzelnen Rechnungen, sondern zahlt die Hälfte deines Krankenversicherungsbeitrags, ähnlich wie ein Arbeitgeber bei Angestellten. Interessant ist das vor allem für die gesetzliche Kasse. Wählst du eine private Vollversicherung, begrenzen die meisten dieser Länder den Zuschuss auf die Hälfte des Beitrags im Basistarif. Nach unserer Prüfung der Landesgesetze (Stand September 2026) sieht es so aus:
| Land | Pauschale Beihilfe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | ja | seit 1. Januar 2023; Antrag innerhalb von fünf Monaten (Ausschlussfrist) |
| Berlin | ja | Zahlung ab dem Monat nach dem Antrag |
| Brandenburg | ja | — |
| Bremen | ja | seit 1. Januar 2020, für Anwärter schon seit 1. Juni 2019 |
| Hamburg | ja | — |
| Mecklenburg-Vorpommern | ja | — |
| Niedersachsen | ja | Antrag innerhalb eines Jahres (Ausschlussfrist) |
| Sachsen | ja | — |
| Thüringen | ja | — |
| Sachsen-Anhalt | Zuschuss zur gesetzlichen Kasse | seit 1. Januar 2026, nur für gesetzlich Versicherte, kann widerrufen werden; Anträge bis Ende 2026 wirken auf den 1. Januar 2026 zurück |
| Schleswig-Holstein | nur unter Bedingungen | Zuschuss zur gesetzlichen Kasse, wenn ein Wechsel in den Basistarif der PKV finanziell nachteilig oder nicht möglich ist. Ohne diese Bedingung auf Antrag für Beamte auf Widerruf und auf Zeit, nach einer Versetzung nach Schleswig-Holstein, bei der ein bisheriger Zuschuss wegfällt, und für alle, die am 30. November 2023 freiwillig gesetzlich versichert waren |
| Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland | nein | klassische Beihilfe |
Für die Rechnung auf lange Sicht zählt vor allem eines: Die pauschale Beihilfe bleibt immer bei der Hälfte des Beitrags. Sie steigt weder mit Kindern noch im Ruhestand, während die klassische Beihilfe dann meist auf 70 Prozent geht. Passen kann sie trotzdem, zum Beispiel bei dauerhafter Teilzeit mit entsprechend niedrigem Kassenbeitrag, bei mehreren Kindern, die beitragsfrei familienversichert wären, oder wenn eine PKV wegen Vorerkrankungen trotz Öffnungsaktion deutlich teurer würde.
Was die Krankenversicherung im Ruhestand kostet
Mit der Pensionierung steigt die Beihilfe in 14 von 16 Ländern auf 70 Prozent. Dein privater Tarif muss dann nur noch 30 Prozent abdecken, und der Beitrag sinkt. Der Vertrag kann auch so vereinbart sein, dass der nicht mehr benötigte Teil mit dem Ruhestand von selbst endet (§ 199 Abs. 1 VVG); sonst hilft dir der Anspruch auf Anpassung. Anders ist es in Bremen, wo Versorgungsempfänger 60 Prozent erhalten und mit jedem berücksichtigungsfähigen Angehörigen 5 Punkte mehr, höchstens 80 Prozent. In Hessen kommen im Ruhestand 10 Prozentpunkte auf den bisherigen Satz.
Ein zweiter Effekt: Den gesetzlichen Zuschlag von 10 Prozent, mit dem du ab jungen Jahren für das Alter vorsorgst, zahlst du nur bis zum Ende des Jahres, in dem du 60 wirst (§ 149 VAG). Das so angesparte Geld dient später dazu, deinen Beitrag zu senken. Frei von Erhöhungen ist die PKV im Ruhestand trotzdem nicht: Liegen die Ausgaben eines Tarifs deutlich über der Kalkulation, passen die Versicherer die Beiträge an, wie zuletzt zum 1. Januar 2026.
Bist du gesetzlich versichert, zahlst du auf dein Ruhegehalt den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag. Als freiwilliges Mitglied zahlst du außerdem Beiträge auf weitere Einnahmen wie Mieten oder Kapitalerträge, insgesamt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Mit pauschaler Beihilfe übernimmt der Dienstherr auch im Ruhestand höchstens die Hälfte.
Ausführlich: Kosten, Beihilfetarif und Wechsel
Wie der Beihilfetarif aufgebaut ist, was beim Wechsel innerhalb der PKV passiert und wie der Leistungsumfang den Beitrag beeinflusst, erklärt der Ratgeber PKV für Lehrer: Kosten, Beihilfetarif und Wechsel.
Was kostet die PKV in deinem Fall?
Alter, Bundesland, Beihilfesatz und Gesundheit entscheiden über deinen Beitrag. Fordere ein unverbindliches Angebot an: Ein lizenzierter Partner meldet sich bei dir. Kostenlos und ohne Verpflichtung.
Quellen und Stand: Stiftung Warentest Finanzen 3/2025 (Private Krankenversicherung im Vergleich, 19.02.2025); Finanztip, „Private Krankenversicherung Kosten“ (Stand 12.03.2026, Beitragsabfrage über ein Vergleichsportal vom 22.01.2025); PKV-Verband, „Darum steigen 2026 die Beiträge“ und Broschüre zu den Öffnungsaktionen für Beamte; Bundesministerium für Gesundheit, Beitragssätze und Beitragsbemessungsgrenzen 2026; Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026 (BGBl. 2025 I Nr. 278); §§ 6, 9, 10, 240, 243, 248, 257 SGB V; §§ 193, 195, 198, 199, 204 VVG; §§ 149, 152 VAG; Beamtengesetze und Beihilfeverordnungen der Länder (geprüft am 10.09. und 22.09.2026). Alle Beträge sind Beispiele und ersetzen kein persönliches Angebot.
Anwartschaft: Brücke zwischen Referendariat und Verbeamtung
Bereits im Referendariat solltest du eine PKV mit Beihilfeberechtigung abschließen. Falls du zwischenzeitlich in die GKV wechselst (z. B. bei Unterbrechung des Beamtenstatus), sicherst du dir mit einer Anwartschaft das Recht, ohne neue Gesundheitsprüfung in deinen alten PKV-Tarif zurückzukehren.
Worauf bei der PKV-Wahl achten?
- ✅ Beihilfekonformer Ergänzungstarif (deckt genau den nicht von der Beihilfe gedeckten Anteil ab)
- ✅ Stationäre Leistungen: Chefarzt und Zwei- oder Einbettzimmer – abgestimmt darauf, was die Beihilfe deines Landes bei Wahlleistungen zahlt
- ✅ Zahnleistungen: Erstattung für Zahnersatz, Inlays und Implantate vergleichen
- ✅ Altersrückstellungen: Je höher, desto stabiler der Beitrag im Alter
- ⚠️ Selbstbehalt: Höherer Selbstbehalt senkt Beitrag, erhöht aber Eigenkosten im Krankheitsfall
Weiterführende Themen
- → Krankenversicherung im Referendariat – Was gilt für Referendare?
- → Verbeamtung als Lehrer – Voraussetzungen & Vorteile
- → Alle Versicherungen für Lehrer – Übersicht
- → Zahnzusatzversicherung für Beamte – Tarife & Beihilfe
- → Krankentagegeld für Lehrer – Wann es sinnvoll ist
- → Unfallversicherung für Lehrer – Dienstunfall vs. privat
- → Beihilfe für Wahlleistungen – Chefarzt und Einbettzimmer
Häufige Fragen
Kann ich als Beamter in der GKV bleiben?
Ja, wenn du die Voraussetzungen nach § 9 SGB V erfüllst, in der Regel ausreichende Vorversicherungszeiten, und den Beitritt innerhalb von drei Monaten anzeigst. Ohne pauschale Beihilfe zahlst du den Beitrag dann allein (14,0 % plus Zusatzbeitrag); das ist für die meisten Beamten teurer als PKV mit Beihilfe. In Ländern mit pauschaler Beihilfe trägt der Dienstherr die Hälfte (siehe Pauschale Beihilfe).
Was ist, wenn ich vorerkrankt bin?
Außerhalb der Öffnungsaktion kann die PKV bei Vorerkrankungen Risikozuschläge verlangen, Leistungen ausschließen oder den Antrag ablehnen. Innerhalb von sechs Monaten nach Beginn deines Beamtenverhältnisses gilt dagegen für den Tarif, der die Beihilfe auf 100 Prozent ergänzt, die Öffnungsaktion der teilnehmenden Versicherer: keine Ablehnung, keine Leistungsausschlüsse und ein Risikozuschlag von höchstens 30 Prozent. Die gesetzliche Kasse ist nicht automatisch eine Alternative: Freiwillig aufgenommen wirst du dort nur unter den Voraussetzungen des § 9 SGB V, in der Regel mit ausreichenden Vorversicherungszeiten, und wenn du den Beitritt innerhalb von drei Monaten anzeigst.
Was ist der Basistarif – und kommt er für Beamte in Frage?
Jeder private Krankenversicherer muss einen Basistarif anbieten, dessen Leistungen mit denen der gesetzlichen Kasse vergleichbar sind. Für Beihilfeberechtigte gibt es eine eigene Variante, die nur die Beihilfe ergänzt (§ 152 Abs. 1 VAG). Der Versicherer muss dich darin aufnehmen, auch mit Vorerkrankungen (§ 193 Abs. 5 VVG). Der Beitrag ist gedeckelt: Für Beihilfeberechtigte gilt als Obergrenze der Teil des gesetzlichen Höchstbeitrags, der dem nicht von der Beihilfe gedeckten Prozentsatz entspricht (§ 152 Abs. 3 VAG). Der Basistarif ist vor allem eine Rückfallebene für Fälle, in denen ein regulärer Tarif nicht zu bekommen ist: Die Leistungen bleiben auf dem Niveau der gesetzlichen Kasse, und die Anpassung an einen neuen Beihilfesatz nach § 199 Abs. 2 VVG gilt im Basistarif nicht.
Was kostet die private Krankenversicherung für Lehrer im Monat?
Mit 50 Prozent Beihilfe und gesundem Einstieg mit 30 bis 35 Jahren lagen gute Tarife Anfang 2025 bei etwa 250 bis 400 Euro im Monat, so die Vergleiche von Stiftung Warentest und Finanztip. Zum 1. Januar 2026 sind viele Beiträge gestiegen. Im Ruhestand steigt die Beihilfe meist auf 70 Prozent, dann musst du nur noch 30 Prozent privat versichern.
Was zahlen Referendare für die private Krankenversicherung?
Viele Versicherer bieten für den Vorbereitungsdienst eigene Ausbildungstarife an. Ist ein solcher Tarif befristet, entfällt der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent (§ 149 VAG), deshalb kann er günstiger sein als der spätere Normaltarif. Lass dir im Angebot beide Beiträge nennen, den im Vorbereitungsdienst und den ab der Verbeamtung auf Probe.
Welche gesetzliche Krankenkasse, wenn Beamte in der GKV bleiben?
Es gibt eine Gruppe verbeamteter Lehrer, für die die GKV dennoch sinnvoll sein kann: Beamte mit mehreren Kindern, bei denen die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung einen erheblichen Kostenvorteil darstellt. In diesem Fall solltest du daher die Kasse mit dem günstigsten Zusatzbeitrag wählen – dieser unterscheidet sich von Kasse zu Kasse, der Durchschnitt liegt 2026 bei 2,9 %.
Wichtig zu wissen: Einen Arbeitgeberzuschuss nach § 257 SGB V wie bei Angestellten bekommst du als Beamter nicht. Ohne pauschale Beihilfe zahlst du den gesamten Beitrag selbst: Für Beamte gilt der ermäßigte Satz von 14,0 % plus Zusatzbeitrag, weil sie keinen Anspruch auf Krankengeld haben; bei 5.000 € brutto und ohne weitere Einnahmen sind das rund 845 € im Monat, ohne Pflegeversicherung. In Ländern mit pauschaler Beihilfe übernimmt der Dienstherr die Hälfte (mehr dazu unter Pauschale Beihilfe). Freiwillig gesetzlich versichern kannst du dich nur unter den Voraussetzungen des § 9 SGB V, in der Regel mit ausreichenden Vorversicherungszeiten, und wenn du den Beitritt innerhalb von drei Monaten anzeigst. Daher ist es umso wichtiger zu vergleichen, welche Krankenkasse die beste Kombination aus Beitrag und Leistungen bietet.
Gesetzliche oder private KV – so entscheidest du richtig
Die Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung ist für Lehrer eine der wichtigsten finanziellen Weichenstellungen. Folgende Fragen helfen dir, die richtige Wahl zu treffen:
- Habe ich Kinder oder plane ich Familie? Bei 2+ Kindern kann die GKV günstiger sein, da Kinder beitragsfrei mitversichert sind – in der PKV zahlt man pro Kind extra.
- Bin ich gesund und ohne Vorerkrankungen? Wenn ja, kann die PKV deutlich günstigere Konditionen bieten. Bei Vorerkrankungen gibt es eventuell Einschränkungen oder Risikozuschläge.
- In welchem Bundesland unterrichte ich? Der Beihilfesatz variiert je nach Bundesland – und daher auch der Eigenanteil, den die Versicherung absichern muss.
- Wie lange bin ich schon verbeamtet? Je früher du in die PKV einsteigst, desto günstiger bleiben die Beiträge dauerhaft – denn die Prämien steigen mit zunehmendem Alter.
Wenn du wissen möchtest, was die PKV in deinem Fall kostet, kannst du unverbindlich ein Angebot anfordern: Ein lizenzierter Partner meldet sich bei dir.
Versicherungswechsel: Was ist möglich?
Verbeamtete Lehrer, die bereits in der GKV versichert sind, können grundsätzlich in die PKV wechseln – sofern sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Umgekehrt können PKV-Versicherte unter bestimmten Bedingungen in die GKV zurück, wenn sie z. B. vorübergehend ihren Beamtenstatus verlieren. Wichtig ist dabei: Bei einem Wechsel von PKV zurück in die GKV solltest du vorher eine Anwartschaftsversicherung abschließen, um die PKV-Konditionen zu sichern.
Kostenloses PKV-Angebot anfordern
Kostenlos und unverbindlich: Ein lizenzierter Partner meldet sich mit einem Angebot, das zu dir und deinem Beihilfesatz passt.
Anwartschaft – PKV-Konditionen jetzt sichern
Noch im Referendariat? Mit einer Anwartschaft sicherst du dir deine günstigen PKV-Beiträge für die Zeit nach der Verbeamtung.
Die Termine, an denen sich die Krankenversicherung entscheidet
Bei der Krankenversicherung für Lehrkräfte entscheidet weniger die Frage „PKV oder GKV“ als der Zeitpunkt. Vier Termine im Berufsleben legen fest, welche Möglichkeiten überhaupt noch offenstehen – und drei davon sind Fristen, die verstreichen können.
| Zeitpunkt | Was möglich ist | Frist |
|---|---|---|
| Studium | Anwartschaft sichern, günstiges Eintrittsalter | keine |
| Referendariat | Beihilfeanspruch entsteht, PKV zum Ausbildungstarif | meist 6 Monate ab Dienstbeginn |
| Verbeamtung auf Probe | Öffnungsaktion vieler Versicherer | 6 Monate ab Verbeamtung |
| Geburt eines Kindes | Kindernachversicherung ohne Risikozuschläge und Wartezeiten | Anmeldung bis 2 Monate nach der Geburt (§ 198 VVG); der Versicherer darf verlangen, dass der Elternteil schon bis zu drei Monate versichert ist |
Die Anwartschaft – wofür sie gut ist und wofür nicht
Eine Anwartschaftsversicherung friert für einen kleinen Beitrag zwei Dinge ein: den Gesundheitszustand und – je nach Form – auch das Eintrittsalter. Wer während des Studiums gesund ist und weiß, dass er später verbeamtet wird, sichert sich damit den Zugang zur PKV zu Konditionen, die nach einer späteren Diagnose nicht mehr erreichbar wären.
- Kleine Anwartschaft: erhält den Gesundheitszustand. Der Beitrag richtet sich später nach dem dann erreichten Alter.
- Große Anwartschaft: erhält zusätzlich das Eintrittsalter, weil Alterungsrückstellungen weiter aufgebaut werden. Teurer, aber langfristig wirksamer.
Warum die GKV für Beamte meist die teurere Wahl ist
Der Reflex „gesetzlich ist günstiger“ stammt aus der Angestelltenwelt, in der der Arbeitgeber die Hälfte trägt. Für Beamte gilt das nicht: Sie zahlen den vollen Beitrag auf ihre Bezüge bis zur Beitragsbemessungsgrenze, ohne Zuschuss – die Leistung des Dienstherrn ist die Beihilfe, und die hilft gesetzlich Versicherten wenig: Für Leistungen, die die Kasse übernimmt, zahlt sie nichts dazu.
Eine Ausnahme bildet die pauschale Beihilfe, die inzwischen mehrere Länder anbieten: Statt Einzelabrechnung übernimmt der Dienstherr die Hälfte des GKV-Beitrags. Für gesundheitlich vorbelastete Personen und für Familien mit mehreren Kindern kann das die bessere Wahl sein. Die Entscheidung ist allerdings in der Regel unwiderruflich – wer die pauschale Beihilfe wählt, kann später nicht zur klassischen Beihilfe zurück.