Tarifrunde 2026: Was die Besoldungserhöhung für Lehrer bedeutet

Tarifrunde 2026: Was die Besoldungserhöhung für Lehrer bedeutet
Besoldung · Tarifrunde · 2026

In der Nacht zum 14. Februar 2026 haben sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), ver.di und der dbb beamtenbund in Potsdam auf einen neuen Tarifabschluss geeinigt. Was das für angestellte und für verbeamtete Lehrkräfte konkret bedeutet, lesen Sie hier.

Der Abschluss der Einkommensrunde 2025/2026 gilt für rund 925.000 Tarifbeschäftigte der Länder – mit Ausnahme von Hessen, das nicht Mitglied der TdL ist und einen eigenen Tarifvertrag (TV-H) hat. Für Lehrkräfte ist das Ergebnis aus zwei Gründen zentral: Angestellte Lehrerinnen und Lehrer werden unmittelbar nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) vergütet, verbeamtete Lehrkräfte erhalten das Ergebnis erst durch eine gesonderte Übertragung auf die Landesbesoldung. Wann und in welcher Höhe das geschieht, entscheidet jedes Bundesland selbst.

Der TV-L-Abschluss 2026 im Überblick

Die Tabellenentgelte steigen über eine Laufzeit von 27 Monaten (1. November 2025 bis 31. Januar 2028) in drei Schritten um insgesamt 5,8 Prozent. Die ersten fünf Monate der Laufzeit waren eine Nullrunde ohne Erhöhung. Die konkreten Stufen:

Zeitpunkt Erhöhung Tabellenentgelt Nachwuchskräfte/Azubis
1. April 2026 +2,8 % (mind. 100 €) +60 €
1. März 2027 +2,0 % +60 €
1. Januar 2028 +1,0 % +30 €

Der Mindestbetrag von 100 Euro in der ersten Stufe sorgt dafür, dass untere Entgelt- und Besoldungsgruppen überproportional profitieren. Auszubildende und Nachwuchskräfte erhalten über die Laufzeit zusammen 150 Euro mehr, das Mindeststundenentgelt für studentische Hilfskräfte steigt ab dem Sommersemester 2026 auf 15,20 Euro. In einer Mitgliederbefragung stimmte laut ver.di eine knappe Mehrheit von 51,46 Prozent dem Ergebnis zu.

Wie sich die Erhöhung auf Ihre Gehaltsstufe auswirkt, können Sie mit unserem TV-L-Rechner nachrechnen. Die aktuellen Werte finden Sie in den Besoldungstabellen 2026.

Angestellte oder verbeamtete Lehrkraft: der entscheidende Unterschied

Angestellte Lehrkräfte (TV-L)

Wer im Angestelltenverhältnis unterrichtet, ist unmittelbar tarifgebunden. Die Erhöhungen aus dem TV-L gelten automatisch und ohne weiteren politischen Beschluss – zum 1. April 2026 steigt das Tabellenentgelt also um 2,8 Prozent, mindestens aber um 100 Euro. Zusätzlich zählt für Angestellte die sogenannte Stufenlaufzeit: Mit wachsender Berufserfahrung steigen Sie innerhalb Ihrer Entgeltgruppe (meist E13) in höhere Erfahrungsstufen auf, was unabhängig von der Tarifrunde zu weiteren Gehaltssprüngen führt. Mehr dazu auf unserer Seite zu angestellten Lehrkräften im TV-L.

Verbeamtete Lehrkräfte (Landesbesoldung)

Verbeamtete Lehrkräfte fallen nicht unter den Tarifvertrag. Ihre Bezüge richten sich nach dem Besoldungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes. Der dbb fordert traditionell die »zeitgleiche und systemgerechte Übertragung« des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten. Ob das Ergebnis tatsächlich eins zu eins, zeitgleich oder mit Verzögerung übernommen wird, entscheidet aber jedes Land per eigenem Gesetz.

Übertragung auf die Beamtenbesoldung: Stand in den Ländern

Mehrere Länder haben die Übertragung bereits auf den Weg gebracht. Einige davon:

Land Erste Stufe Status
Sachsen +2,82 % rückwirkend zum 1.4.2026 Gesetz beschlossen
Niedersachsen +2,8 % (mind. 100 €) Landtag am 27.5.2026 beschlossen
Rheinland-Pfalz +3,3 % zum 1.4.2026 (lineare Umrechnung, mind. 100 €) Kabinettsbeschluss 9.6.2026
Bayern Übertragung um rund sechs Monate verzögert angekündigte Sparmaßnahme

Die übrigen Länder wie Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein bereiten ihre Besoldungsanpassungen noch vor. Ein Detail am Rande: Weil Hessen über einen eigenen Tarifvertrag verhandelt, gilt dort ein abweichendes Ergebnis (TV-H, Abschluss vom 27. März 2026). Prüfen Sie daher immer den Stand Ihres Bundeslandes, etwa auf unseren Seiten zu Lehrkräften in Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz.

Rechenbeispiel: So viel bringt die erste Stufe

Ein Beispiel zur Einordnung (Annahme, keine amtliche Angabe): Eine verbeamtete Lehrkraft in Besoldungsgruppe A13 mit einem monatlichen Grundgehalt von rund 5.000 Euro erhält bei einer linearen Übertragung von 2,8 Prozent etwa 140 Euro brutto mehr pro Monat. Liegt das Grundgehalt niedriger – etwa zu Beginn der Laufbahn – greift der Mindestbetrag von 100 Euro, sodass gerade Berufseinsteiger relativ stärker profitieren. Wichtig: Jede dauerhafte Besoldungserhöhung wirkt sich später auch auf das Ruhegehalt aus, da die Pension auf den ruhegehaltfähigen Bezügen aufbaut.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Prüfen Sie Ihre Bezügeabrechnung, sobald die Anpassung in Ihrem Land in Kraft tritt – stimmt die neue Grundlage?
  • Achten Sie bei rückwirkenden Regelungen (etwa in Sachsen) auf ausgewiesene Nachzahlungen.
  • Verfolgen Sie den Gesetzgebungsstand Ihres Bundeslandes, wenn Sie verbeamtet sind – der Zeitpunkt der Übertragung variiert stark.

Häufige Fragen

Um wie viel Prozent steigt die Besoldung durch die Tarifrunde 2026?

Der TV-L-Abschluss sieht insgesamt 5,8 Prozent in drei Schritten vor: 2,8 Prozent (mindestens 100 Euro) zum 1. April 2026, weitere 2,0 Prozent zum 1. März 2027 und 1,0 Prozent zum 1. Januar 2028. Für verbeamtete Lehrkräfte gelten diese Werte erst, wenn ihr Bundesland sie in ein Besoldungsgesetz überträgt.

Gilt der Tarifabschluss automatisch für verbeamtete Lehrkräfte?

Nein. Der Tarifvertrag gilt nur für angestellte Beschäftigte. Bei Beamtinnen und Beamten muss jedes Land das Ergebnis per eigenem Gesetz übertragen – zeitgleich, wie in Niedersachsen und Sachsen, oder zeitversetzt, wie in Bayern angekündigt.

Ab wann bekomme ich als angestellte Lehrkraft mehr Geld?

Für TV-L-Beschäftigte gilt die erste Erhöhung von 2,8 Prozent ab dem 1. April 2026 automatisch, ohne dass es eines weiteren Beschlusses bedarf.

Warum ist Hessen nicht dabei?

Hessen ist nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und verhandelt einen eigenen Tarifvertrag (TV-H). Dort wurde am 27. März 2026 ein separates Ergebnis vereinbart, das von den TdL-Werten abweicht.

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