Das Referendariat – dein kompletter Leitfaden 2026
Gehalt, Krankenversicherung, Prüfungsvorbereitung und die häufigsten Fehler im Referendariat – wir erklären alles Wichtige, bevor du startest.
📋 Inhalt dieser Seite
💡 Beamter auf Widerruf
Während des Referendariats bist du in der Regel Beamter auf Widerruf. Als Beamter hast du Anspruch auf staatliche Beihilfe – das macht die private Krankenversicherung (PKV) oft günstiger als die gesetzliche (GKV).
Phase 1: Einführungsphase (ca. 1–3 Monate)
Orientierung, Hospitationen, erste eigene Unterrichtsstunden unter Aufsicht.
Phase 2: Hauptphase (ca. 12–15 Monate)
Eigener Unterricht, Unterrichtsbesuche, regelmäßige Seminare. Erste Lehrproben.
Phase 3: Prüfungsphase (ca. 2–3 Monate)
Lehrproben, schriftliche Prüfungen, Kolloquium. Abschluss mit dem Zweiten Staatsexamen.
* Grundanwärterbezüge ohne Zulagen, Stand 2026. → Zum Gehaltsrechner
| Kriterium | Private KV (PKV) | Gesetzliche KV (GKV) |
|---|---|---|
| Monatlicher Beitrag | ~80–130 € (mit Beihilfe) | ~200–350 € |
| Leistungsumfang | Sehr gut (Chefarzt, Einbettzimmer) | Standard |
| Familienversicherung | Nicht möglich | Kostenlose Mitversicherung |
| Bei Verbeamtung | Ideale Kombination mit Beihilfe | Nachteilig |
| Rückkehr zur GKV | Schwierig ab 55 Jahren | Jederzeit möglich |
⏰ Anwartschaft – warum der Zeitpunkt so wichtig ist
Jede neue Erkrankung kann beim PKV-Eintritt zu Aufschlägen führen. Eine Anwartschaft schützt dich davor – sie friert deinen Gesundheitsstatus ein.
🛡️ Diensthaftpflicht
Pflicht ab Tag 1! Schützt bei Schäden im Dienst. ca. 3–7 €/Monat.
💼 Dienstunfähigkeit
30 % aller Lehrer werden vorzeitig dienstunfähig – als junger Referendar noch sehr günstig.
⚖️ Rechtsschutz
Streit mit Schülern, Eltern oder der Schule – besonders sinnvoll für Lehrkräfte.
- ✓Arbeitsmittel (Bücher, Drucker, Schreibtisch, PC anteilig)
- ✓Fahrtkosten zum Studienseminar (0,30 €/km)
- ✓Fortbildungen und Fachliteratur
- ✓Berufshaftpflichtversicherung
- ✓Homeoffice-Pauschale (wenn kein eigenes Dienstzimmer)
- ✗Zu spät mit der Krankenversicherung beschäftigen – oft zu spät, wenn das Ref. begonnen hat
- ✗Keine Anwartschaft im Studium – Gesundheitsrisiko wird unterschätzt
- ✗Diensthaftpflicht vergessen – riskant ab dem ersten Unterrichtstag
- ✗Steuervorteile nicht nutzen – viele verschenken hunderte Euro
- ✗Bundesland-Wahl nicht durchdacht – Gehalt und Chancen variieren stark
- ✗Dienstunfähigkeit aufschieben – jedes Jahr macht die Police teurer
- ✗Keine Work-Life-Balance – Burn-out unter Referendaren weit verbreitet
Das Referendariat – offiziell Vorbereitungsdienst – ist die zweite und praktische Phase deiner Lehrerausbildung. Nach dem Studium durchläufst du hier 12 bis 24 Monate Unterrichtspraxis unter Anleitung, bevor du das Zweite Staatsexamen (Zweites Lehramtsexamen) ablegst. Diese Seite erklärt alles, was du wissen musst.
Dauer des Referendariats nach Bundesland
Die Dauer variiert je nach Bundesland zwischen 12 und 24 Monaten. Die meisten Bundesländer haben auf 18 Monate umgestellt:
| Bundesland | Dauer | Besonderheit |
|---|---|---|
| Bayern | 24 Monate | Längstes Referendariat deutschlandweit |
| Baden-Württemberg | 18 Monate | Modularisiertes System |
| NRW | 18 Monate | Großes Seminarangebot |
| Berlin | 18 Monate | Starke Quereinsteiger-Integration |
| Hamburg | 18 Monate | Frühe eigenverantwortliche Stunden |
| Sachsen | 12 Monate | Kürzestes Referendariat |
| Hessen | 18 Monate | Flexible Schulortwahl |
Ablauf und Phasen
Das Referendariat gliedert sich typischerweise in drei Phasen:
- Einführungsphase (ca. 2–3 Monate): Hospitation, Beobachtung erfahrener Lehrkräfte, erste eigene Unterrichtsversuche unter Begleitung
- Hauptphase (ca. 12–18 Monate): Eigenverantwortlicher Unterricht (ca. 8–12 Wochenstunden), Seminare am Studienseminar, Lehrproben
- Prüfungsphase: Schriftliche Prüfungen, Unterrichtsprobe, mündliche Abschlussprüfung → Zweites Staatsexamen
Gehalt im Referendariat
Als Referendar erhältst du Anwärterbezüge (Beamtenrecht) oder ein vergleichbares Entgelt. Die Höhe variiert je nach Bundesland und Schulform erheblich. Mehr dazu auf der Seite Gehalt im Referendariat.
| Bundesland | Anwärterbezüge (brutto, ca.) |
|---|---|
| Bayern | ca. 1.750 – 1.900 € |
| Baden-Württemberg | ca. 1.700 – 1.850 € |
| NRW | ca. 1.600 – 1.750 € |
| Berlin | ca. 1.550 – 1.700 € |
| Brandenburg | ca. 1.450 – 1.600 € |
Krankenversicherung im Referendariat
Da du als Referendar Beamter auf Widerruf bist, hast du Anspruch auf Beihilfe. Das bedeutet: Du kannst eine private Krankenversicherung (PKV) zu besonders günstigen Konditionen abschließen. Viele Referendare unterschätzen diesen finanziellen Vorteil. Details: Krankenversicherung im Referendariat.
Vorbereitung auf das Referendariat
Eine gute Vorbereitung erleichtert den Start erheblich. Lies unseren Guide zur Vorbereitung auf das Referendariat mit konkreten Tipps zu Unterrichtsplanung, Seminarschwerpunkten und typischen Prüfungsfehlern.
Nach dem Referendariat: Was kommt dann?
Mit dem Zweiten Staatsexamen in der Tasche stehen dir alle Türen offen. Die meisten Absolventen bewerben sich direkt auf offene Stellen in ihrem Bundesland. Wichtige Themen danach: Verbeamtung, Einstiegsgehalt, Krankenversicherung dauerhaft wählen und Nach dem Referendariat.
Häufige Fragen
Muss ich im Referendariat eine Schule wählen oder werde ich zugeteilt?
Das hängt vom Bundesland ab. In Bayern und NRW werden Referendare in der Regel zugeteilt, können aber Wünsche äußern. In anderen Ländern gibt es mehr Flexibilität bei der Schulwahl.
Kann ich das Referendariat verlängern oder abbrechen?
Ja, beides ist möglich. Eine Verlängerung (meist um 6 Monate) ist bei nicht bestandener Prüfung oder aus gesundheitlichen Gründen möglich. Ein Abbruch führt zum Verlust des Beamtenstatus auf Widerruf.
Zählt das Referendariat für die Pension?
Ja – Referendariatszeiten werden als Ruhegehaltfähige Dienstzeiten angerechnet, wenn du anschließend verbeamtet wirst. Das verbessert deine spätere Pension erheblich.