Dienstunfähigkeitsversicherung für Lehrkräfte
Wer als Beamter dienstunfähig wird, bekommt keine normale Berufsunfähigkeitsrente. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke.
Was ist Dienstunfähigkeit?
Als Beamter gilt man als dienstunfähig, wenn man dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, die Dienstpflichten zu erfüllen. Das entscheidet der Dienstherr – nicht der Arzt allein. Das Kriterium ist dabei nicht die allgemeine Erwerbsfähigkeit, sondern die spezifische Fähigkeit zum Beamtendienst.
Warum reicht die Beamtenversorgung nicht?
Was leistet eine DU-Versicherung?
BU vs. DU-Klausel: Was ist besser?
Viele BU-Versicherungen enthalten eine sog. Dienstunfähigkeitsklausel (DU-Klausel). Diese stellt sicher, dass die Versicherung auch bei beamtenrechtlicher Dienstunfähigkeit leistet – auch wenn du theoretisch noch in einem anderen Beruf arbeiten könntest.
Vorzeitiger Ruhestand bei Dienstunfähigkeit: Was du wissen musst
Wenn Lehrkräfte dauerhaft dienstunfähig werden, treten sie in den vorzeitigen Ruhestand. Dieser unterscheidet sich wesentlich vom regulären Ruhestand: Das Ruhegehalt fällt deutlich geringer aus, da die fehlenden Dienstjahre bis zur Regelpensionierung fehlen.
Wie hoch ist das Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit?
Das Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit berechnet sich aus den geleisteten Dienstjahren multipliziert mit dem Ruhegehaltssatz (i. d. R. 1,79375 % pro Jahr). Ein Beispiel: Eine Lehrkraft, die nach 15 Dienstjahren dienstunfähig wird, erhält nur ca. 26,9 % des letzten Grundgehalts als Rente/Ruhegehalt – das sind häufig nur 1.000–1.400 € monatlich. Zum Vergleich: Angestellte Lehrer erhalten bei Erwerbsminderung die gesetzliche Erwerbsminderungsrente.
Rechenbeispiel: Versorgungslücke mit und ohne Versicherung
| Szenario | Monatliches Einkommen | Versorgungslücke |
|---|---|---|
| Aktives Gehalt (A13) | ca. 3.800 € netto | – |
| Ruhegehalt bei DU (15 Dienstjahre) | ca. 1.200 € netto | −2.600 € |
| Mit Dienstunfähigkeitsversicherung | ca. 3.600 € netto | −200 € |
* Beispielwerte. Exakte Berechnung hängt von Bundesland, Dienstjahren und Tarifstand ab.
Wartezeiten: Wie viele Monate bis zur Leistung?
Die meisten Dienstunfähigkeitsversicherungen zahlen nach einer Karenzzeit von 3 bis 6 Monaten. In dieser Zeit greift die amtsärztliche Feststellung der Dienstunfähigkeit. Erst danach beginnt die Versicherung mit der Leistungserbringung. Wichtig: Die Wartezeit von meist 3 Jahren (für volle Versicherungsleistung bei psychischen Erkrankungen) sollte vor der Unterschrift genau geprüft werden.
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Die monatliche Versicherungsleistung sollte so gewählt werden, dass du zusammen mit dem Ruhegehalt deinen Lebensstandard halten kannst. Als Faustregel gilt: Die Höhe der monatlichen Absicherung sollte mindestens 60–70 % deines aktuellen Netto-Einkommens abdecken. Für eine A13-Lehrkraft bedeutet das eine Absicherung von ca. 1.500–2.000 € pro Monat.
Beamte auf Lebenszeit sind besonders gut beraten, diese Absicherung früh zu treffen – denn mit steigendem Eintrittsalter steigen auch die Beiträge erheblich.
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