
Am 29. September 2026 hat die OECD ihren Jahresbericht „Bildung auf einen Blick 2026“ (englisch: Education at a Glance 2026) vorgelegt. Neben dem Schwerpunkt Lehrkräftemangel enthält er wie jedes Jahr einen Vergleich der Lehrergehälter, und der fällt für Deutschland klar aus: Kaufkraftbereinigt zählen die hiesigen Gehälter zu den höchsten im gesamten OECD-Raum. Schon wer im Sekundarbereich I neu anfängt, liegt über dem, was Lehrkräfte im OECD-Mittel am Ende ihrer Gehaltsskala erreichen. Zugleich sind die Bezüge seit 2015 real kaum gewachsen. Hier erfährst du, welche Zahlen die OECD nennt, wie die Umrechnung in Dollar funktioniert und was der Vergleich über dein eigenes Gehalt aussagt – und was nicht. Stand: 2. Oktober 2026.
Was die OECD vergleicht und auf welches Jahr sich die Zahlen beziehen
„Bildung auf einen Blick“ ist die jährliche Indikatorensammlung der OECD zu den Bildungssystemen ihrer Mitgliedstaaten und einiger Partnerländer. Die Kultusministerkonferenz meldete die Veröffentlichung der Ausgabe 2026 am 29. September 2026. Die Gehaltsangaben stammen aus einer gemeinsamen Datenerhebung von OECD und dem europäischen Netzwerk Eurydice. Sie gelten für das Schuljahr 2024/25, das der Bericht der Einfachheit halber als „2025“ bezeichnet. Besoldungs- und Tariferhöhungen, die erst danach in Kraft getreten sind, fehlen also noch.
Die OECD unterscheidet zwei Arten von Gehältern. Gesetzliche Gehälter folgen den offiziellen Besoldungs- und Entgelttabellen. Erfasst werden vier Stationen der Laufbahn: der Einstieg, das Gehalt nach 10 und nach 15 Dienstjahren sowie die Endstufe. Als Maßstab für eine typische Lehrkraft in der Mitte des Berufslebens nutzt die OECD den Wert nach 15 Jahren. Die tatsächlichen Gehälter sind dagegen Durchschnittswerte, in die auch Zulagen und Zuschläge einfließen, und sie beziehen sich auf alle Lehrkräfte zwischen 25 und 64 Jahren. In beiden Fällen zählen nur öffentliche Schulen und im Sekundarbereich nur allgemeinbildende Bildungsgänge.
Der Gehaltsvergleich steht in diesem Jahr im Zusammenhang mit dem Schwerpunkt Lehrkräftemangel. Laut der deutschen Länderübersicht der OECD lernen hierzulande 55 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Schulen, deren Leitung angibt, dass abwesende Lehrkräfte das Lernen dort beeinträchtigen. Das ist der zweithöchste Anteil im OECD-Raum, der Durchschnitt liegt bei 27 Prozent. Außerdem galten 18,6 Prozent der Lehrkräfte an öffentlichen Grund- und weiterführenden Schulen im Zeitraum 2023 bis 2024 als nicht voll qualifiziert. Wie es um die Leistungen der Jugendlichen steht, hat zuletzt die internationale Schulleistungsstudie gezeigt – die Ergebnisse findest du in unserem Beitrag zur PISA-Studie 2025.
Kaufkraftparität: Warum die OECD in US-Dollar rechnet
Damit sich Gehälter aus Ländern mit verschiedenen Währungen und Preisniveaus vergleichen lassen, rechnet die OECD alle Beträge in US-Dollar um. Sie nimmt dafür aber nicht den Wechselkurs der Devisenbörse, sondern Kaufkraftparitäten (englisch purchasing power parities, kurz PPP). Ein solcher Faktor sagt, wie viel Geld in Landeswährung nötig ist, um den gleichen Korb an Konsumgütern zu kaufen, der in den USA einen Dollar kostet. Für Deutschland setzt die OECD den Faktor für den privaten Verbrauch mit 0,70 an, bezogen auf Januar 2025. Anders gesagt: Was in den Vereinigten Staaten einen Dollar kostet, bekommst du hierzulande im Durchschnitt für etwa 70 Cent. Ein Euro Gehalt zählt in dieser Rechnung deshalb mehr als ein Dollar.
Ein Beispiel aus dem Bericht: Eine Lehrkraft im Sekundarbereich I begann im Schuljahr 2024/25 in Deutschland mit einem gesetzlichen Jahresgehalt von 66.461 Euro. Teilst du diesen Betrag durch 0,70, kommst du auf rund 94.900 Dollar. Die OECD nennt 94.735 Dollar; die kleine Abweichung entsteht, weil der Faktor hier auf zwei Stellen gerundet ist. Gemeint sind Bruttobeträge vor Steuern. Regelmäßige Zahlungen, die alle Lehrkräfte erhalten, sind eingerechnet – die OECD nennt als Beispiel ein 13. Monatsgehalt. Beiträge zur Sozialversicherung, die von Beschäftigten selbst getragen werden, stecken im Betrag, die Anteile des Arbeitgebers dagegen nicht.
Gesetzliche Gehälter: Deutschland im Vergleich zu OECD und Nachbarländern
In allen drei Schulstufen liegen die deutschen Werte weit über dem OECD-Durchschnitt und über dem EU25-Schnitt, den die OECD für 25 Staaten berechnet, die zugleich der EU und der OECD angehören oder beitreten wollen. Im Sekundarbereich I verdienen Lehrkräfte mit 15 Jahren Berufserfahrung laut Bericht nur in drei Ländern mehr als 100.000 Dollar im Jahr: in Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden. Besonders deutlich ist der Abstand beim Berufsstart. Eine Grundschullehrkraft beginnt in Deutschland mit 85.496 Dollar und damit höher, als Grundschullehrkräfte im OECD-Mittel selbst in der Endstufe kommen (77.033 Dollar).
| Schulstufe und Laufbahnstation | Deutschland in Euro | Deutschland in USD (KKP) | OECD-Schnitt in USD (KKP) | EU25-Schnitt in USD (KKP) |
|---|---|---|---|---|
| Primarbereich – Einstieg | 59.979 | 85.496 | 48.038 | 47.717 |
| Primarbereich – nach 15 Jahren | 71.844 | 102.407 | 64.349 | 62.650 |
| Primarbereich – Endstufe | 77.433 | 110.375 | 77.033 | 76.044 |
| Sekundarbereich I – Einstieg | 66.461 | 94.735 | 49.712 | 49.471 |
| Sekundarbereich I – nach 15 Jahren | 78.436 | 111.804 | 66.583 | 65.122 |
| Sekundarbereich I – Endstufe | 86.186 | 122.852 | 79.800 | 78.979 |
| Sekundarbereich II – Einstieg | 69.293 | 98.772 | 51.155 | 50.091 |
| Sekundarbereich II – nach 15 Jahren | 81.121 | 115.632 | 68.928 | 66.962 |
| Sekundarbereich II – Endstufe | 92.819 | 132.306 | 82.451 | 81.614 |
Gesetzliche Jahresgehälter (brutto) von Vollzeitlehrkräften an öffentlichen Schulen mit der häufigsten Qualifikation, Schuljahr 2024/25. Euro-Werte: OECD, Anhang 2, Tabellen X2.3 und X2.4; Dollar-Werte umgerechnet mit Kaufkraftparitäten (KKP) für den privaten Verbrauch: OECD, Tabelle D3.1. Sekundarbereich jeweils allgemeinbildende Bildungsgänge.
Auffällig ist außerdem, wie flach die deutsche Gehaltskurve verläuft. Selbst das Höchstgehalt, das die OECD für Lehrkräfte mit der höchsten Qualifikation erfasst, liegt im Sekundarbereich I hierzulande weniger als zehn Prozent über dem Gehalt nach 15 Jahren. Neben Deutschland trifft das nur auf acht weitere Länder zu, darunter Dänemark, Finnland und Polen. In Chile, Frankreich, Kolumbien, Mexiko und Portugal beträgt dieser Abstand dagegen mehr als 60 Prozent. Wer in Deutschland unterrichtet, erreicht also früh ein hohes Niveau; nach 15 Dienstjahren steigt das Gehalt in der regulären Tabelle nur noch wenig.
Im Vergleich mit Nachbarländern ergibt sich ein gemischtes Bild. Luxemburg zahlt auf jeder Laufbahnstufe mehr als Deutschland. Die Niederlande starten deutlich niedriger, liegen nach 15 Jahren aber knapp vorn. Österreich und Dänemark bewegen sich näher am OECD-Durchschnitt, und Frankreich liegt sogar beim Einstieg leicht darunter.
| Land | Einstieg | nach 15 Jahren | Endstufe |
|---|---|---|---|
| Luxemburg | 109.393 | 150.897 | 190.149 |
| Niederlande | 66.008 | 115.235 | 134.772 |
| Deutschland | 94.735 | 111.804 | 122.852 |
| Österreich | 67.576 | 83.922 | 125.164 |
| Dänemark | 69.831 | 80.544 | 80.544 |
| Frankreich | 48.743 | 54.778 | 76.521 |
| OECD-Schnitt | 49.712 | 66.583 | 79.800 |
Gesetzliche Jahresgehälter im Sekundarbereich I (allgemeinbildend), öffentliche Schulen, häufigste Qualifikation, Schuljahr 2024/25, in US-Dollar nach Kaufkraftparität. Quelle: OECD, Tabelle D3.1.
Wer überlegt, eine Zeit lang außerhalb Deutschlands zu unterrichten, findet die Wege dorthin im Beitrag Als Lehrer im Ausland unterrichten.
Tatsächliche Gehälter, Vergleich mit Akademikern und Entwicklung seit 2015
Die tatsächlich gezahlten Durchschnittsgehälter liegen in Deutschland knapp unter den gesetzlichen Werten nach 15 Dienstjahren. Für den Primarbereich nennt die OECD 99.000 Dollar, für den Sekundarbereich I 109.039 Dollar und für den allgemeinbildenden Sekundarbereich II 114.266 Dollar. Im OECD-Durchschnitt sind es zwischen rund 63.000 und 69.000 Dollar.
Aussagekräftiger für die Attraktivität des Berufs ist allerdings der Vergleich mit anderen Erwerbstätigen im eigenen Land, die einen Tertiärabschluss haben, also einen Hochschul- oder gleichwertigen Abschluss. Dann relativiert sich das Bild: Grundschullehrkräfte verdienen in Deutschland im Schnitt 13 Prozent weniger als ganzjährig vollzeitbeschäftigte Akademikerinnen und Akademiker zwischen 25 und 64 Jahren, Lehrkräfte im Sekundarbereich I 4 Prozent weniger. Nur im Sekundarbereich II liegen sie mit einem Prozent knapp darüber. Im OECD-Durchschnitt fällt der Rückstand im Primarbereich gleich groß und in den weiterführenden Schulen etwas größer aus.
| Schulstufe | Ø tatsächliches Gehalt Deutschland (USD KKP) | Ø tatsächliches Gehalt OECD (USD KKP) | Verhältnis zu Akademikern Deutschland | Verhältnis zu Akademikern OECD |
|---|---|---|---|---|
| Primarbereich | 99.000 | 62.942 | 0,87 | 0,87 |
| Sekundarbereich I | 109.039 | 65.499 | 0,96 | 0,91 |
| Sekundarbereich II (allgemeinbildend) | 114.266 | 69.255 | 1,01 | 0,95 |
Tatsächliche Durchschnittsgehälter einschließlich Zulagen von Lehrkräften zwischen 25 und 64 Jahren an öffentlichen Schulen, Schuljahr 2024/25 (OECD, Tabelle D3.3). Verhältnis = tatsächliches Gehalt geteilt durch das Einkommen ganzjährig Vollzeitbeschäftigter mit Tertiärabschluss (25 bis 64 Jahre); 1,00 bedeutet Gleichstand. Die Einkommensdaten für Deutschland stammen aus 2024 und wurden von der OECD auf 2025 fortgeschrieben (OECD, Tabelle D3.2).
Ernüchternd ist die Entwicklung über zehn Jahre. Inflationsbereinigt ist das gesetzliche Gehalt einer Lehrkraft im Sekundarbereich I mit 15 Jahren Erfahrung zwischen 2015 und 2025 um 1 Prozent gesunken, während es im OECD-Schnitt um 6 Prozent zulegte. Beim Einstiegsgehalt verlief es in Deutschland umgekehrt: Es ist im selben Zeitraum real gestiegen. Bei den tatsächlich gezahlten Gehältern gehört Deutschland zu drei Systemen – gemeinsam mit Italien und der Französischen Gemeinschaft Belgiens –, in denen sie auf allen Schulstufen mit vergleichbaren Daten real gesunken sind. Nominal sind sie dort zwar gestiegen, die Teuerung war aber höher. Im OECD-Durchschnitt legten die tatsächlichen Gehälter im Primar- und Sekundarbereich von 2015 bis 2025 real um etwa 17 Prozent zu.
Unterrichtszeit und Arbeitszeit: weniger Stunden vor der Klasse, mehr Arbeitszeit insgesamt
Neben dem Gehalt vergleicht die OECD auch, wie viele Stunden Lehrkräfte pro Jahr unterrichten müssen. Gezählt werden Zeitstunden zu 60 Minuten, Pausen grundsätzlich nicht mitgerechnet. In Deutschland sind 691 Stunden im Primarbereich, 642 Stunden im Sekundarbereich I und 620 Stunden im allgemeinbildenden Sekundarbereich II vorgesehen. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 770, 710 und 678 Stunden. Verteilt wird die Unterrichtszeit an deutschen Grund- und weiterführenden Schulen auf 40 Schulwochen mit 193 Unterrichtstagen.
Weniger Unterricht heißt allerdings nicht weniger Arbeit. Die vorgeschriebene Gesamtarbeitszeit, die je nach Land neben dem Unterricht auch Vorbereitung, Korrekturen, Konferenzen und Elterngespräche umfassen kann, beziffert die OECD für deutsche Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich auf 1.764 Stunden im Jahr. Im OECD-Schnitt sind es 1.564 Stunden im Primarbereich und 1.579 Stunden im Sekundarbereich I. Nach eigenen Angaben in der internationalen Erwachsenenstudie PIAAC arbeiten Vollzeitlehrkräfte in Deutschland durchschnittlich 42,4 Stunden pro Woche, andere Vollzeitbeschäftigte mit Bachelor- oder Masterabschluss 41,5 Stunden; statistisch ist dieser Unterschied nicht signifikant. Wie sich die Arbeitszeit im Schulalltag zusammensetzt, erklären wir im Beitrag Arbeitszeit von Lehrern.
Warum Deutschland oben liegt – und was der Vergleich nicht zeigt
Eine einzelne Erklärung für die hohen deutschen Werte liefert der Bericht nicht, einige Besonderheiten helfen aber beim Einordnen. Der Weg in den Beruf ist lang: Wer hierzulande voll qualifiziert unterrichten will, braucht einen Masterabschluss und ein Referendariat, das im Durchschnitt 18 Monate dauert. Außerdem ist die Lehrerschaft überwiegend verbeamtet; die OECD beziffert den Anteil der Beamtinnen und Beamten unter den Lehrkräften auf 75 Prozent.
Für dich persönlich zählt der Status mehr als jeder Durchschnittswert, denn die OECD vergleicht nur Bruttobeträge. Verbeamtete Lehrkräfte zahlen laut OECD keine Beiträge zu ihrer Altersversorgung. Die Bruttoersatzquote, also der Anteil des letzten Einkommens, den die Versorgung im Alter vor Steuern ersetzt, gibt die OECD für das Beamtensystem in Deutschland mit bis zu 72 Prozent an, für das allgemeine Rentensystem mit bis zu 48 Prozent. Bei angestellten Lehrkräften enthält der OECD-Bruttowert dagegen ihre eigenen Sozialversicherungsbeiträge, die vom Gehalt abgehen. Was am Monatsende netto übrig bleibt, hängt deshalb stark davon ab, ob du verbeamtet oder angestellt bist. Wie sich die Bezahlung im Angestelltenverhältnis zusammensetzt, zeigt unser Ratgeber zum E13-Gehalt für angestellte Lehrkräfte.
Hinzu kommt: Die OECD weist für Deutschland jeweils nur einen Wert aus. Tatsächlich regelt jedes Bundesland die Besoldung seiner Beamtinnen und Beamten selbst, denn das Grundgesetz nimmt Laufbahnen, Besoldung und Versorgung ausdrücklich von der Gesetzgebungskompetenz des Bundes für das Statusrecht der Landesbeamten aus. Wie groß die Unterschiede zwischen den Ländern sind und welche Besoldungsgruppe für welches Lehramt gilt, findest du in unseren Besoldungstabellen 2026. Ebenfalls nicht erfasst sind Lehrkräfte an Privatschulen, weil die OECD nur öffentliche Einrichtungen auswertet. Wie dort bezahlt wird, erklärt der Beitrag Lehrer an der Privatschule.
Praxisbeispiel: Lena aus Kassel und Camille aus Lyon
Lena, 41, unterrichtet seit 15 Jahren Deutsch und Geschichte an einer Gesamtschule in Nordhessen, überwiegend in den Klassen 5 bis 10 und damit im Sekundarbereich I. Ihre Studienfreundin Camille ist ebenso lange Lehrerin an einem collège in Lyon, der französischen Schulform für die Mittelstufe. Bei einem Besuch in den Herbstferien legen die beiden die OECD-Tabellen nebeneinander.
Nach 15 Dienstjahren sieht die deutsche Tabelle im Sekundarbereich I laut OECD ein Jahresgehalt von 78.436 Euro vor, die französische 39.273 Euro. In Euro gerechnet steht Lena also knapp beim Doppelten. Mit Kaufkraftparitäten wird der Abstand sogar ein wenig größer: 111.804 Dollar gegenüber 54.778 Dollar, das ist gut das 2,04-Fache. Der Grund liegt im Umrechnungsfaktor, den die OECD für Frankreich mit 0,72 und für Deutschland mit 0,70 ansetzt. Für denselben Euro bekommt Camille im Durchschnitt also etwas weniger als Lena.
Camille hat dafür mehr Spielraum nach oben. Die Endstufe liegt in Frankreich bei 54.861 Euro, rund 40 Prozent über ihrem heutigen Gehalt. Bei Lena wären es 86.186 Euro, ein Plus von knapp 10 Prozent. Dafür steht Camille häufiger vor der Klasse: Für den französischen Sekundarbereich I setzt die OECD 720 Unterrichtsstunden im Jahr an, für Deutschland 642 – ein Unterschied von 78 Stunden.
Für Lenas Gehaltsabrechnung taugt der Vergleich trotzdem nur als grober Rahmen. Ist Lena verbeamtet, richtet sich ihr Gehalt nach der hessischen Besoldung, ihrer Besoldungsgruppe und ihrer Erfahrungsstufe. Und beide Beträge sind brutto; Steuern und Abgaben unterscheiden sich zwischen den Ländern und zwischen Beamten und Angestellten erheblich.
Häufige Fragen zu Lehrergehältern im OECD-Vergleich
Wie viel verdienen Lehrkräfte in Deutschland laut OECD?
Im Sekundarbereich I lag das gesetzliche Jahresgehalt im Schuljahr 2024/25 beim Einstieg bei 66.461 Euro, nach 15 Jahren bei 78.436 Euro und in der Endstufe bei 86.186 Euro brutto. Kaufkraftbereinigt entspricht das 94.735, 111.804 und 122.852 US-Dollar.
Was bedeutet kaufkraftbereinigt?
Die OECD rechnet Gehälter mit Kaufkraftparitäten statt zum Wechselkurs in Dollar um, damit unterschiedliche Preisniveaus berücksichtigt sind. Für Deutschland liegt der Faktor bei 0,70 Euro je Dollar.
Verdienen Lehrkräfte mehr als andere Akademiker?
Meist nicht. In Deutschland liegen die tatsächlichen Gehälter von Grundschullehrkräften 13 Prozent und von Lehrkräften im Sekundarbereich I 4 Prozent unter dem Einkommen anderer Vollzeitbeschäftigter mit Tertiärabschluss. Nur im Sekundarbereich II liegen Lehrkräfte mit einem Prozent leicht darüber.
Sind die Lehrergehälter in Deutschland zuletzt gestiegen?
Nominal ja, real kaum. Zwischen 2015 und 2025 sank das gesetzliche Gehalt im Sekundarbereich I nach 15 Jahren inflationsbereinigt um 1 Prozent, während der OECD-Schnitt um 6 Prozent stieg. Die tatsächlich gezahlten Gehälter sind in Deutschland auf allen erfassten Schulstufen real gesunken.
Warum fehlen die Erhöhungen aus diesem Jahr?
Die Gehaltsdaten in „Bildung auf einen Blick 2026“ beziehen sich auf das Schuljahr 2024/25. Spätere Besoldungs- und Tarifanpassungen tauchen erst in künftigen Ausgaben des Berichts auf.
Quellen: OECD, Education at a Glance 2026: OECD Indicators (Gesamtbericht als PDF, Indikator D3 mit den Tabellen D3.1 bis D3.3, Indikator D4 mit den Tabellen D4.1 und D4.2 sowie Anhang 2 mit den Tabellen X2.3 und X2.4 sowie den Kaufkraftparitäten), die deutschsprachige OECD-Länderübersicht Deutschland, die Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz vom 29. September 2026, die Meldung des Bundesbildungsministeriums und Art. 74 Grundgesetz. Als Presseschau ergänzend: News4teachers. Alle Dollar-Beträge sind kaufkraftbereinigt (KKP für den privaten Verbrauch). Die Angaben dienen der allgemeinen Information; maßgeblich ist der Originalbericht der OECD.