Das Referendariat ist der letzte, praxisnahe Schritt auf dem Weg zur eigenen Klasse. Wer sich gut vorbereitet, startet mit Selbstvertrauen – und vermeidet typische Anfängerfehler. Diese Seite zeigt dir, was dich erwartet und wie du dich optimal vorbereitest.
Was dich im Referendariat erwartet
Das Referendariat dauert je nach Bundesland 12 bis 24 Monate. Es gliedert sich in der Regel in drei Phasen: die Einführungsphase (Begleitung und Hospitation), die Ausbildungsphase (eigenverantwortlicher Unterricht unter Begleitung) und die Prüfungsphase (Lehrproben, Kolloquium). Hinzu kommen regelmäßige Seminarsitzungen am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung.
Wichtige Vorbereitungsschritte vor dem Start
1. Unterlagen und Formalitäten
- Einstellungsbescheid sorgfältig lesen – Beginn, Schule, Seminarort prüfen
- Krankenversicherung klären: Als Beamter auf Widerruf hast du Beihilfeanspruch – die PKV ist meist die günstigere Wahl (mehr dazu hier)
- Bankverbindung für die Bezügestelle hinterlegen
- Ggf. Umzug organisieren, falls Schule und Seminar weit entfernt sind
2. Materialien und Ausstattung
- Lehrpläne und Bildungspläne deines Bundeslandes herunterladen und durcharbeiten
- Gute Fachliteratur zur Didaktik deiner Fächer besorgen
- Laptop und digitale Tools für Unterrichtsvorbereitung und Präsentationen einrichten (Digitale Tools für Lehrer)
- Notizbuch oder digitales Notizsystem für Feedback und Reflexionen anlegen
3. Mentale Vorbereitung
Das Referendariat ist intensiv – das sagen fast alle, die es hinter sich haben. Plane von Anfang an Erholungszeiten ein und baue dir ein Netzwerk aus Kommilitoninnen und Kommilitonen auf. Gegenseitige Unterstützung, das Teilen von Unterrichtsmaterialien und gemeinsame Reflexion machen den Unterschied.
Die häufigsten Fehler im Referendariat – und wie du sie vermeidest
| Fehler | Besser machen |
|---|---|
| Stunden überplanen, zu viel Stoff | Weniger ist mehr – liefere Tiefe statt Breite |
| Feedback von Mentoren nicht annehmen | Aktiv nachfragen, Kritik als Lernchance sehen |
| Zu wenig Schlaf und Erholung | Feste Feierabend-Zeiten einhalten |
| Keine Verbindung zur Klasse aufbauen | Beziehungsarbeit von Anfang an priorisieren |
| Lehrproben erst spät vorbereiten | Früh anfangen, mehrfach üben |
Unterrichtsvorbereitung effizient gestalten
Eine strukturierte Unterrichtsvorbereitung spart Zeit und Nerven. Nutze eine klare Vorlage: Lernziele → Methoden → Materialien → Sicherungsphase → Hausaufgaben. Digitale Tools wie OneNote, Notion oder GoodNotes helfen, alles zentral zu verwalten.
Weitere Informationen zu hilfreichen Programmen findest du unter Digitale Tools für Lehrer.
Finanzielle Tipps für die Referendariatszeit
Das Gehalt im Referendariat reicht zum Leben, ist aber nicht üppig. Plane dein Budget frühzeitig: Wie viel verdienst du im Referendariat? Außerdem lohnt es sich, Ausgaben für Unterrichtsmaterial, Fachliteratur und Fortbildungen für die Steuererklärung als Werbungskosten zu dokumentieren.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann beginnt das Referendariat in meinem Bundesland?
Die Starttermine variieren: Die meisten Bundesländer starten im Februar/März oder August/September. Informiere dich rechtzeitig beim zuständigen Kultusministerium oder Landesprüfungsamt.
Kann ich das Referendariat in einem anderen Bundesland als dem Studium absolvieren?
Ja, in der Regel ist ein Bundeslandwechsel möglich. Die Zulassungsvoraussetzungen können sich jedoch unterscheiden. Eine Bewerbung in mehreren Bundesländern gleichzeitig ist meistens möglich.
Wie viele Stunden muss ich unterrichten?
In der Ausbildungsphase unterrichtest du in der Regel 8–12 Stunden pro Woche eigenverantwortlich, dazu kommen Hospitationen und Seminarzeiten. Die genaue Stundenzahl ist bundeslandabhängig.
Alle weiteren Informationen rund um das Referendariat findest du auf unserer Referendariat-Übersichtsseite.