
Lehramt Chemie — Studium, Gehalt & Berufsaussichten
Chemie ist MINT-Mangelfach und eine der stärksten Fächerkombinationen für Einstellungschancen. Was das Studium umfasst und wie die Berufsaussichten aussehen.
Lehramt Chemie studieren
Das Chemiestudium auf Lehramt umfasst Anorganische, Organische und Physikalische Chemie sowie Chemiedidaktik und praktische Laborarbeit. Sicherheit im Umgang mit Chemikalien und Experimenten ist ein zentraler Teil der Ausbildung. Chemie wird fast immer mit einem weiteren Fach kombiniert — besonders stark: Chemie + Biologie, Chemie + Mathematik, Chemie + Physik.
Berufsaussichten Chemie-Lehrkräfte
Chemie ist wie Physik und Informatik ein ausgeprägtes Mangelfach. Wer Chemie auf Lehramt studiert, hat bundesweit sehr gute bis hervorragende Einstellungschancen. Viele Bundesländer stellen Chemielehrkräfte direkt nach dem Referendariat ein — teils sogar schon während des Referendariats als Vertretungslehrkraft.
Chemie an allen Schulformen
Chemie wird an Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien unterrichtet. An Grundschulen fließt Chemie in den Sachunterricht ein. An Berufsschulen (Chemieberufe, Pharmazie, Lebensmitteltechnik) ist Chemie ebenfalls sehr gefragt.
MINT-Fächer auf Lehramt
Mathematik, Informatik, Physik — weitere Mangelfächer im Überblick
Was dich im Chemie-Studium erwartet
Chemie gilt als eines der zeitintensivsten Lehramtsfächer, und der Grund sind die Laborpraktika. Sie belegen ganze Tage oder mehrwöchige Blöcke, laufen mit Anwesenheitspflicht und verlangen Vorbereitung, Protokolle und Testate. Wer nebenher arbeitet, muss das im Studienplan berücksichtigen – die Praktika lassen sich kaum verschieben.
Fachlich gliedert sich das Studium in Anorganische, Organische und Physikalische Chemie, dazu Analytik und Chemiedidaktik. Unterschätzt werden regelmäßig die Nachbardisziplinen: Physikalische Chemie ist rechenintensiv, und Mathematik- sowie Physikmodule gehören an den meisten Standorten zum Pflichtprogramm. Wer Chemie wählt, weil er Mathematik meiden möchte, hat sich das falsche Fach ausgesucht.
Sicherheit ist Teil der Fachlichkeit
Im Schuldienst wird aus dem Laborthema eine Rechtsfrage. Maßgeblich ist die Richtlinie zur Sicherheit im naturwissenschaftlichen Unterricht (RiSU) der Kultusministerkonferenz: Sie regelt, welche Stoffe in der Schule überhaupt eingesetzt werden dürfen, welche Experimente Schülerinnen und Schüler selbst durchführen und welche nur als Demonstration gezeigt werden.
Dazu kommen Gefahrstoffverzeichnis, Betriebsanweisungen, Entsorgungswege und die dokumentierte Sicherheitsbelehrung jeder Lerngruppe. Wer die Chemiesammlung verwaltet, trägt dafür persönlich Verantwortung. Das klingt nach Bürokratie, ist aber der Grund, warum Chemieräume funktionieren – und ein Teil der Arbeit, den man einplanen sollte.
Wie viele Experimente macht man im Schulalltag wirklich?
Weniger, als man im Studium erwartet – und das liegt selten am Willen. Vorbereitung, Materialbeschaffung und Aufräumen kosten Zeit, die im Stundendeputat nicht abgebildet ist. Realistisch ist ein gut vorbereitetes Experiment pro Themeneinheit, das dafür wirklich trägt, statt vieler halbgarer Versuche.
In den ersten fünf Dienstjahren meist kein Ruhegehalt
Wirst du als Anwärter oder Beamter auf Probe dienstunfähig, bekommst du vor Ablauf der fünfjährigen Wartezeit in der Regel kein Ruhegehalt – es sei denn, die Dienstunfähigkeit geht auf einen Dienstunfall oder eine im Dienst erlittene Schädigung zurück – dann greift die Unfallfürsorge. Kostenlose Erstinformation anfordern: