Unabhängig · werbefreiGehalt & BesoldungRatgeberKontakt
Lehramt Gymnasium — Studium, Gehalt & Verbeamtung 2026
Lehramt Gymnasium

Lehramt Gymnasium — Studium, Gehalt & Verbeamtung

Gymnasiallehrer werden: Wie das Studium aufgebaut ist, wie deine Besoldung eingeordnet wird und wie die Verbeamtung an Gymnasien funktioniert.

Master
Abschluss M.Ed. oder Erste Staatsprüfung
A 13
Eingangsamt Studienrat (verbeamtet)
2 Phasen
Studium und Vorbereitungsdienst
2 Fächer
In der Regel Zwei-Fächer-Studium

Lehramt Gymnasium studieren

Das Lehramt für Gymnasien bereitet dich auf den Unterricht am Gymnasium vor, also in der Sekundarstufe I und in der Oberstufe bis zum Abitur. Die Kultusministerkonferenz ordnet es als Lehramtstyp 4 ein – das Lehramt für die Sekundarstufe II mit allgemeinbildenden Fächern bzw. für Gymnasien. Im Mittelpunkt steht das vertiefte Studium zweier Fächer samt ihrer Didaktik – nach der KMK-Rahmenvereinbarung mindestens 180 ECTS-Punkte, ungefähr gleich auf beide Fächer verteilt. Dazu kommen Bildungswissenschaften, schulpraktische Studien und eine wissenschaftliche Abschlussarbeit.

Abgeschlossen wird das Studium je nach Land mit einem Master of Education oder mit der Ersten Staatsprüfung. Bayern etwa bildet weiter im Staatsexamen aus und regelt Prüfung und Fächer in der Lehramtsprüfungsordnung I; Nordrhein-Westfalen und Berlin dagegen nennen den Master of Education als Zugang zum Vorbereitungsdienst. Auch der Name des Lehramts ist nicht überall gleich: In Nordrhein-Westfalen heißt es „Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen“, in Hamburg und im Saarland ist es ein Lehramt für die Sekundarstufen I und II. Worin sich die beiden Abschlusswege im Alltag unterscheiden, erklärt die Seite Staatsexamen oder Master.

Studiendauer

Bachelor-Master-Modell: mindestens sechs Semester Bachelor und mindestens zwei Semester Master, zusammen 10 Semester und 300 ECTS-Punkte. Staatsexamen-Modell: 9 bis 10 Semester mit mindestens 270 ECTS-Punkten; in Bayern beträgt die Regelstudienzeit für das Lehramt an Gymnasien neun Semester. Danach folgt der Vorbereitungsdienst – wie lange er in deinem Land dauert, zeigt die Übersicht Referendariat: Dauer nach Bundesland.

Fächerwahl

Gymnasiallehrkräfte studieren in der Regel zwei Fächer. Für künstlerische Fächer gibt es in einigen Ländern Sonderregeln; Bayern lässt Kunst und Musik auch als Doppelfach zu. Welche Kombinationen erlaubt sind, legt jedes Land fest – Bayern zählt sie in § 59 LPO I abschließend auf. Klassische Paare wie Mathematik und Physik, Deutsch und Geschichte, Englisch und Latein oder Biologie und Chemie sind dort alle vorgesehen.

Neben Mathematik, Deutsch und Englisch umfasst das Angebot an Unterrichtsfächern weitere Sprachen wie Französisch, Spanisch oder Russisch, Naturwissenschaften, Informatik, Gesellschaftsfächer sowie Religionslehre und Philosophie/Ethik. Seltenere Fächer bietet nicht jede Hochschule im Studiengang Lehramt Gymnasium an, und manche sind nur in bestimmten Kombinationen möglich: In Bayern etwa lässt sich Russisch nur mit Englisch verbinden, Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt nur mit Englisch, Latein oder Mathematik. Religionsunterricht wird nach Art. 7 Abs. 3 GG in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der jeweiligen Religionsgemeinschaft erteilt; erkundige dich deshalb früh bei deiner Kirche, welche Voraussetzungen sie für den späteren Unterricht stellt.

Referendariat (Vorbereitungsdienst)

Nach dem Studium folgt das Referendariat – die praktische Ausbildung an einer Schule mit begleitendem Seminar, zu der in begrenztem Umfang eigener Unterricht gehört. Es endet mit der Zweiten Staatsprüfung, mit der du die Lehramtsbefähigung erwirbst. Die KMK gibt für die Dauer nur einen Rahmen vor; die tatsächliche Länge legt jedes Land selbst fest. Während dieser Zeit erhältst du Anwärterbezüge, deren Höhe je nach Land variiert.

Gehalt Gymnasiallehrer 2026

Das Eingangsamt für verbeamtete Lehrkräfte an Gymnasien ist die Studienrätin bzw. der Studienrat in Besoldungsgruppe A 13 – so etwa in Bayern nach Anlage 1 des Bayerischen Besoldungsgesetzes, das als Beförderungsämter Oberstudienrat (A 14), Studiendirektor (A 15) und Oberstudiendirektor (A 16) vorsieht. Auch die Bundesbesoldungsordnung führt den Studienrat in A 13.

Wie viel A 13 in Euro bedeutet, hängt vom Land und deiner Erfahrungsstufe ab und ändert sich mit jeder Besoldungsanpassung. Die aktuellen Grundgehälter findest du in den Besoldungstabellen 2026, was davon netto übrig bleibt, auf der Seite Netto-Gehalt für Lehrer.

Beachte: Als Beamtin oder Beamter bist du in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei und zahlst dort keine Beiträge. Zu deinen Krankheitskosten erhältst du Beihilfe; den Rest sicherst du meist privat ab. Beides macht das Netto spürbar höher als bei einem vergleichbaren Angestelltengehalt.

Verbeamtung am Gymnasium

Alle Länder verbeamten Lehrkräfte – sofern du die Altersgrenze deines Landes (je nach Land zwischen 40 und 50 Jahren) nicht überschritten hast und die Gesundheitsprüfung bestehst. Wer die Grenze überschritten hat, kann als Tarifbeschäftigte oder Tarifbeschäftigter unterrichten.

Berufsaussichten und Lehrermangel

Pauschal von Lehrermangel am Gymnasium zu sprechen, trifft es nicht. Die im Dezember 2025 veröffentlichte Modellrechnung der Länder erwartet für 2025 bis 2035 bundesweit rund 116.200 Absolventinnen und Absolventen des Vorbereitungsdienstes für dieses Lehramt bei etwa 110.200 zu besetzenden Stellen. Die Einstellungschancen gelten dort insgesamt als weniger gut, mit deutlichen Unterschieden nach Land, Jahr und Fach. Kurzfristig steigt der Bedarf in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium.

Größeren Bedarf melden die Länder für den gesamten Zeitraum etwa in Mathematik, Physik, Informatik und Chemie sowie in Musik und Kunst. Eher gering ist die Nachfrage voraussichtlich in Latein, Sozialkunde/Politik, katholischer Religionslehre, Erdkunde und Geschichte. Wer flexibel bleibt, hat bessere Karten: Die Modellrechnung empfiehlt, auch einen anderen Ort, ein anderes Land oder die Sekundarstufe I in Betracht zu ziehen, und an beruflichen Schulen werden zusätzlich Lehrkräfte für allgemeinbildende Fächer wie Deutsch gebraucht.

Tipp für die Fächerwahl: Kombiniere ein Fach, das dich begeistert, mit einem Fach, für das die Länder größeren Bedarf melden. Das verbessert deine Einstellungschancen spürbar, eine Stelle garantiert es aber nicht.

Gymnasiallehrer werden: Der Weg in fünf Schritten

Vom Abitur bis zur ersten eigenen Klasse vergehen mehrere Jahre. Wer die Stationen kennt, kann früh die richtigen Weichen stellen:

  1. Fächer wählen und bewerben: Such dir zwei Fächer aus, deren Kombination in deinem Studienland zulässig ist. Ob ein Fach zulassungsbeschränkt ist und wie hoch die Hürde ausfällt, hängt von Hochschule und Semester ab – mehr dazu unter NC im Lehramt.
  2. Studium abschließen: Master of Education oder Erste Staatsprüfung. Beide Abschlüsse berechtigen nach der KMK-Rahmenvereinbarung zum Vorbereitungsdienst.
  3. Referendariat bestehen: Unterricht unter Anleitung, Seminarsitzungen und Unterrichtsbesuche, am Ende die Zweite Staatsprüfung.
  4. Einstellung und Verbeamtung: Bewerbung im Einstellungsverfahren deines Landes, danach Probezeit als Studienrätin oder Studienrat.
  5. Weiterkommen: Später sind Beförderungen in die Ämter ab A 14 möglich, bis hin zur Schulleitung. Wie eine Beförderung abläuft und woran sie geknüpft ist, beschreibt die Seite A 14: Beförderung für Lehrer.

Beim Wechsel des Landes nach dem Studium lohnt ein Blick ins Kleingedruckte: Bayern knüpft laut einer Fußnote der KMK-Rahmenvereinbarung die Anerkennung von Bachelor-Master-Abschlüssen aus anderen Ländern an einen ausreichenden fachwissenschaftlichen Anteil an Universitäten.

Praxisbeispiel: Deutsch, Geschichte – und dann?

Miriam ist 20 und studiert im zweiten Semester Deutsch und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien in Bayern. Beim Blick in die Modellrechnung der Länder merkt sie, dass Geschichte bundesweit eher wenig nachgefragt wird. Statt das Studium abzubrechen, erkundigt sie sich an ihrer Universität, ob sie Informatik als drittes vertieft studiertes Fach ergänzen kann – § 60 LPO I sieht solche Erweiterungen vor. Das kostet sie zusätzliche Semester, öffnet ihr später aber ein Fach, für das die Länder größeren Bedarf erwarten. Außerdem nimmt sie sich vor, sich nach dem Referendariat nicht nur in Bayern zu bewerben.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Lehramtsstudium für Gymnasium?

Im Bachelor-Master-Modell zehn Semester, im Staatsexamen neun bis zehn Semester – in Bayern neun. Dazu kommt der Vorbereitungsdienst, dessen Dauer das jeweilige Land festlegt.

Was verdient ein Gymnasiallehrer?

Verbeamtet beginnst du im Eingangsamt Studienrätin oder Studienrat, Besoldungsgruppe A 13. Die Euro-Beträge unterscheiden sich nach Land und Erfahrungsstufe; sie stehen in den Besoldungstabellen 2026.

Ist das Staatsexamen besser als der Master of Education?

Beide Abschlüsse erfüllen die KMK-Rahmenvereinbarung und führen in den Vorbereitungsdienst. Wichtig wird der Unterschied vor allem, wenn du nach dem Studium das Land wechseln willst.

Welche Fächer haben die besten Einstellungschancen?

Laut Modellrechnung der Länder vor allem Mathematik, Physik, Informatik, Chemie, Musik und Kunst. Wenig gefragt sein dürften bis 2035 dagegen Latein, Sozialkunde/Politik, katholische Religionslehre, Erdkunde und Geschichte.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026.

Was verdient ein Gymnasiallehrer netto?

Alle Details zu Gehalt und Besoldungstabellen für Lehrer

Referendariat Gehalt →

In den ersten fünf Dienstjahren meist kein Ruhegehalt

Wirst du als Anwärter oder Beamter auf Probe dienstunfähig, bekommst du vor Ablauf der fünfjährigen Wartezeit in der Regel kein Ruhegehalt – es sei denn, die Dienstunfähigkeit geht auf einen Dienstunfall oder eine im Dienst erlittene Schädigung zurück – dann greift die Unfallfürsorge. Kostenlose Erstinformation anfordern:

Erstinformation anfordern →

Nach oben scrollen