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Bewerbung als Lehrer: Anschreiben, Lebenslauf und Tipps

Bewerbung als Lehrer

Anschreiben, Lebenslauf und Bewerbungsmappe: So bewirbst du dich erfolgreich als Lehrkraft im Schuldienst

Die Bewerbung für eine Lehrerstelle läuft anders als in der freien Wirtschaft. Je nach Land bewirbst du dich zentral bei der Schulbehörde oder dem Kultusministerium, auf Stellen, die einzelne Schulen selbst ausschreiben, oder auf beiden Wegen. Welches Verfahren gilt, hängt vom Land und oft auch von der Schulart ab. Eine sorgfältig vorbereitete Bewerbung lohnt sich in jedem Fall – spätestens dann, wenn eine Schule dich zum Gespräch einlädt.

Wie läuft die Lehrerbewerbung ab?

VerfahrenSo läuft es (Beispiel)Worauf es ankommt
Zentrales VerfahrenBayern, Gymnasium: „Gesuch um Übernahme in den Staatsdienst“ über die Seminarschule an das KultusministeriumEinstellungsnote, Fächerkombination, Ortswünsche
Schulscharfe AusschreibungNordrhein-Westfalen: Die Schule schreibt die Stelle aus und wählt selbst aus (§ 57 Abs. 5 SchulG NRW)Passung zum Schulprofil, Auswahlgespräch
Zentrale Bewerbung mit laufender EinstellungBerlin: Bewerbung bei der Senatsverwaltung über das Karriereportal, für ausgebildete Lehrkräfte auch während des SchuljahresVollständige Unterlagen, Bewerbungsfristen im Portal

Für alle Verfahren gilt derselbe Maßstab: Öffentliche Ämter werden nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vergeben (Art. 33 Abs. 2 Grundgesetz). Deshalb zählen Examensnoten, Fächer und nachweisbare Erfahrungen so viel. Wer sich in einem anderen Land bewerben möchte als dem, in dem das Referendariat stattfand, sollte die Hinweise zum Bundeslandwechsel im Lehramt kennen – dort geht es auch um die Anerkennung der Lehramtsbefähigung.

Das Anschreiben: Was muss rein?

Das Anschreiben ist deine Visitenkarte. Auf einer Seite zeigst du in wenigen Absätzen, warum du zur ausgeschriebenen Stelle passt. Bei schulscharfen Ausschreibungen lohnt es sich besonders, auf das Profil der Schule einzugehen – etwa auf einen Ganztag, einen MINT-Schwerpunkt oder ein Inklusionskonzept. Wichtige Elemente:

  • Einstieg: Bezug zur ausgeschriebenen Stelle, persönliche Motivation
  • Fachliche Qualifikation: Studium, Fächer, Staatsexamen / Master of Education
  • Praktische Erfahrungen: Referendariat, Praktika, Nebentätigkeiten im Bildungsbereich
  • Persönliche Stärken: Teamfähigkeit, Empathie, Klassenmanagement
  • Schluss: Einladung zum Vorstellungsgespräch, Verfügbarkeit

Lebenslauf für Lehrerbewerbungen

Der Lebenslauf ist tabellarisch, rückwärts-chronologisch und in der Regel ein bis zwei Seiten lang. Wichtige Abschnitte: persönliche Daten, Schul- und Hochschulbildung, Referendariat, berufliche Erfahrungen, Fortbildungen und Zertifikate, Sprachen sowie ehrenamtliches Engagement mit Bezug zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ein Bewerbungsfoto ist keine Pflicht – ob du eines beifügst, entscheidest du selbst. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schützt dich im Bewerbungsverfahren vor Benachteiligungen, etwa wegen Alter, Geschlecht oder ethnischer Herkunft (§§ 1, 7 AGG).

Bewerbungsunterlagen: Was gehört in die Mappe?

  • Anschreiben (1 Seite)
  • Tabellarischer Lebenslauf (1–2 Seiten)
  • Zeugnis Zweites Staatsexamen / Master of Education
  • Hochschulzeugnis
  • Nachweise über Praktika und berufliche Erfahrungen
  • Zertifikate und Fortbildungsnachweise
  • Ggf. Referenzen / Empfehlungsschreiben

Was genau verlangt wird, steht in der Ausschreibung oder auf der Seite der Einstellungsbehörde. Berlin nennt zum Beispiel einen unterschriebenen tabellarischen Lebenslauf und Kopien beider Staatsexamenszeugnisse; beglaubigte Kopien braucht es dort nicht. Hast du eine anerkannte Schwerbehinderung, kannst du sie angeben: Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch einladen, sofern die fachliche Eignung nicht offensichtlich fehlt (§ 165 SGB IX). Mehr dazu auf der Seite Schwerbehinderung im Lehramt.

Vorstellungsgespräch als Lehrkraft: typische Fragen und Vorbereitung

Nicht in jedem Verfahren gibt es ein individuelles Gespräch. Bei rein zentralen Einstellungen entscheiden oft Noten und Ranglisten. Wählt dagegen die Schule selbst aus – wie bei den schulscharfen Ausschreibungen in NRW –, lernst du Schulleitung und Kollegium in einem Auswahlgespräch kennen. Die Atmosphäre ist an einer einzelnen Schule meist persönlicher als in einem standardisierten Verfahren der Behörde.

Ein Gespräch folgt häufig diesem Ablauf: Begrüßung und Vorstellungsrunde, ein fachlicher Teil zu Unterrichtspraxis, Methodik und Fachdidaktik, Fragen zu Motivation, Belastbarkeit und Teamarbeit und am Ende deine eigenen Rückfragen. Manche Schulen bitten zusätzlich um eine Probestunde oder eine Unterrichtsskizze – mal am selben Tag, mal als eigenen Termin. Wie du dich darauf vorbereitest, erklärt die Seite Einstellungstest und Probestunde.

Typische FrageWas dahinterstecktSo antwortest du überzeugend
„Warum gerade unsere Schule?“Interesse und VorbereitungKonkretes aus Schulprogramm oder Projekten nennen
„Wie reagierst du auf Unterrichtsstörungen?“KlassenmanagementEine erprobte Strategie mit Beispiel schildern
„Wie differenzierst du im Unterricht?“Didaktik und InklusionEine Stunde aus Praktikum oder Referendariat beschreiben
„Was ist deine größte Schwäche?“SelbstreflexionEchte Schwäche plus das, was du dagegen tust
„Wo siehst du dich in fünf Jahren?“Motivation und BindungEntwicklungsideen an dieser Schule skizzieren

Zur Vorbereitung gehören vier Dinge: Lies die Schulhomepage mit Schulprogramm, Schwerpunkten und aktuellen Projekten. Überlege dir eine Beispielstunde, die du nachvollziehbar erklären kannst. Fasse deine pädagogischen Leitlinien in zwei, drei Sätzen zusammen. Und notiere Fragen an die Schule, etwa zum Kollegium, zu Fortbildungsmöglichkeiten oder zur Klassengröße. Bei der Kleidung ist ein gepflegtes, eher klassisches Outfit die sichere Wahl – du willst zeigen, dass du die Stelle ernst nimmst, und dabei authentisch bleiben.

Praxisbeispiel: Vom Referendariat zur ersten Stelle

Jonas beendet sein Referendariat für Mathematik und Physik an einem Gymnasium. Statt eine allgemeine Standardbewerbung zu verschicken, sucht er gezielt nach ausgeschriebenen Stellen, die zu seinen Fächern passen. Für eine Schule mit Robotik-AG schreibt er ein Anschreiben, das auf dieses Angebot eingeht und ein eigenes Projekt aus dem Referendariat beschreibt. Im Auswahlgespräch fragt die Schulleiterin nach seinem Umgang mit einer unruhigen achten Klasse. Jonas schildert eine konkrete Stunde, erklärt, was schiefging, und was er danach verändert hat. Am Ende fragt er selbst nach den Fortbildungsmöglichkeiten im Fachbereich Physik. Genau diese Mischung aus Vorbereitung, Selbstreflexion und echtem Interesse bleibt der Auswahlkommission im Gedächtnis.

Häufige Fragen

Kann ich mich schon vor dem Zweiten Staatsexamen bewerben?

Das hängt vom Land ab. Berlin etwa erlaubt, das Zeugnis der Staatsprüfung nach Erhalt nachzureichen. In Bayern reicht der aktuelle Prüfungsjahrgang am Gymnasium sein Gesuch über die Seminarschule ein. Termine und Fristen legt jedes Land selbst fest.

Muss ich ein Bewerbungsfoto beilegen?

Nein. Ein Foto ist freiwillig. Maßgeblich sind Eignung, Befähigung und fachliche Leistung.

Wie lange dauert ein Vorstellungsgespräch an einer Schule?

Das ist unterschiedlich und hängt davon ab, ob zusätzlich eine Probestunde stattfindet. Plane genug Zeit ein und frag bei der Einladung nach dem Ablauf.

Was passiert nach der Zusage?

Nach der Einstellung folgt in der Regel die Verbeamtung auf Probe, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Den Ablauf erklärt die Seite Verbeamtung: Ablauf.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: September 2026.

Referendariat erfolgreich absolvieren

Der Weg zur Bewerbung führt über das Referendariat. Alles dazu findest du hier.

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