
Staatsexamen vs. Master of Education:
Der große Vergleich 2026
In manchen Bundesländern wählst du zwischen klassischem Staatsexamen und dem modernen Bachelor/Master-Modell. Hier sind die entscheidenden Unterschiede.
Das klassische Staatsexamen
In Bayern und Baden-Württemberg (teilweise) gibt es noch das traditionelle Lehramtsstudium, das direkt mit dem Ersten Staatsexamen abschließt – ohne separaten Bachelor- und Masterabschluss.
Das Bachelor/Master-Modell (B.Ed. + M.Ed.)
In den meisten Bundesländern wird Lehramt im konsekutiven Modell studiert: 6 Semester Bachelor of Education, dann 4 Semester Master of Education.
Was gilt in welchem Bundesland?
| Bundesland | Modell | Abschluss |
|---|---|---|
| Bayern | Staatsexamen | 1. Staatsexamen |
| Baden-Württemberg | Staatsexamen | 1. Staatsexamen |
| NRW | B.Ed. + M.Ed. | Master of Education |
| Hessen | B.Ed. + M.Ed. | Master of Education |
| Berlin | B.Ed. + M.Ed. | Master of Education |
Nächster Schritt: Referendariat
Egal welches Modell – nach dem Studium wartet das Referendariat.
Wie sich die Prüfungen tatsächlich unterscheiden
Der praktisch wichtigste Unterschied steht selten in den Vergleichen: die Prüfungsstruktur. Beim Staatsexamen laufen die entscheidenden Prüfungen am Ende des Studiums gebündelt ab – über Wochen, über den gesamten Stoff, abgenommen von einem staatlichen Prüfungsamt. Das erzeugt eine lange, intensive Schlussphase, in der noch einmal alles zusammenkommt.
Im Bachelor-Master-Modell wird dagegen modulbegleitend geprüft: Jede Veranstaltung schließt mit einer eigenen Leistung ab, die in die Endnote einfließt. Die Belastung verteilt sich, dafür zählt jedes Semester von Anfang an. Wer sich im ersten Studienjahr erst zurechtfinden muss, trägt das im Zeugnis mit.
Zwei weitere Punkte, die den Ausschlag geben können
Der Ausstieg: Im gestuften Modell hast du nach sechs Semestern einen berufsqualifizierenden Bachelor in der Hand, auch wenn du dich gegen die Schule entscheidest. Beim Staatsexamen gibt es diesen Zwischenabschluss nicht – wer abbricht, steht ohne Abschluss da. Angesichts der Abbruchquoten im Lehramt ist das kein theoretisches Argument.
Der Wechsel: Beide Abschlüsse werden über die KMK gegenseitig anerkannt. In der Praxis verläuft ein Wechsel zwischen zwei Ländern mit demselben Modell trotzdem reibungsloser, weil Modulstrukturen und Fächerschnitte besser zusammenpassen. Wer schon weiß, wo er später arbeiten möchte, sollte das mitdenken.
Ist ein Abschluss im Bewerbungsverfahren mehr wert?
Nein. Für die Einstellung zählt die Lehrbefähigung, nicht die Bezeichnung des Abschlusses. Ausgewählt wird über die Examensnote und die Fächerkombination – ein Master of Education und ein Erstes Staatsexamen stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander.
Welche Absicherung brauchst du wirklich?
Beihilfe, Dienstunfähigkeit, Haftpflicht — was davon für dich zählt, hängt von Status und Bundesland ab. Kostenloser Versicherungscheck: