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Lehrer an Abendschule & Kolleg: Zweiter Bildungsweg
Schulart

Lehrer an Abendschule & Kolleg

Unterrichten am zweiten Bildungsweg — mit erwachsenen Lernenden.

Abendgymnasien und Kollegs gehören zum zweiten Bildungsweg: Erwachsene holen hier die mittlere Reife oder das Abitur nach. Der Unterricht ist anspruchsvoll und motivierend zugleich, weil die Lernenden freiwillig und zielstrebig dabei sind.

Besonderheiten

  • erwachsene, oft berufstätige Lernende
  • Unterricht teils abends oder im Blockmodell
  • hohe Eigenmotivation der Teilnehmenden
  • Lehramt der Sekundarstufe II (gymnasiales Lehramt) üblich

Besoldung

Verbeamtete Lehrkräfte am Kolleg/Abendgymnasium werden in der Regel nach A13 (gymnasiales Lehramt) besoldet, mit den üblichen Aufstiegs- und Funktionsmöglichkeiten.

Tipp: Wer gern mit Erwachsenen arbeitet und flexible Unterrichtszeiten schätzt, findet am zweiten Bildungsweg ein erfüllendes Arbeitsfeld.

Was der Unterricht mit Erwachsenen verlangt

Der augenfälligste Unterschied ist nicht das Alter, sondern die Freiwilligkeit. Wer abends nach der Arbeit im Kolleg sitzt, hat sich dafür entschieden und oft erhebliche Nachteile in Kauf genommen. Disziplinprobleme im klassischen Sinn gibt es kaum – die Herausforderung liegt woanders.

Sie liegt in der Heterogenität: In einer Klasse sitzen Menschen zwischen Anfang zwanzig und Mitte fünfzig, deren Schulzeit zwischen fünf und dreißig Jahren zurückliegt. Manche haben in der Zwischenzeit einen Beruf gelernt und bringen Praxiswissen mit, andere haben Grundlagen vergessen, die im Lehrplan vorausgesetzt werden. Binnendifferenzierung ist hier keine Methode unter vielen, sondern Alltag.

Der zweite Punkt ist die Lebenssituation: Erwachsene Lernende haben Schichtdienst, Kinder, kranke Angehörige. Fehlzeiten haben andere Gründe als in der Regelschule, und die Abbruchquoten sind entsprechend hoch. Wer hier unterrichtet, wird zwangsläufig auch zur Ansprechperson für Fragen jenseits des Fachs.

Wie man an ein Kolleg kommt

Stellen am zweiten Bildungsweg werden selten für Berufseinsteiger ausgeschrieben. Üblich ist der Weg über einige Jahre im regulären Schuldienst und eine anschließende Versetzung – die Einrichtungen sind klein, die Fluktuation gering. Wer den Weg anstrebt, sollte früh Kontakt aufnehmen und Interesse hinterlegen; oft entscheidet die Bekanntheit im Kollegium mehr als die Ausschreibung.

Ist die Unterrichtsverpflichtung dieselbe wie an der Regelschule?

Meist ja, das Deputat richtet sich nach dem Lehramt. Anders ist die Lage der Stunden: Am Abendgymnasium liegt der Unterricht überwiegend zwischen dem späten Nachmittag und dem Abend, am Kolleg dagegen tagsüber. Das ist bei der Vereinbarkeit mit Familie ein erheblicher Unterschied.

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