
Lehrer an der Gesamtschule: Was ist anders?
Die Gesamtschule vereint alle Schulformen unter einem Dach. Was das für Lehrkräfte bedeutet — Besoldung, Anforderungen und Alltag.
Besonderheiten der Gesamtschule
An der Gesamtschule werden Schülerinnen und Schüler aller Leistungsniveaus gemeinsam unterrichtet — differenziert durch Kurssysteme (Grundkurs/Erweiterungskurs). Lehrkräfte müssen stark binnendifferenzieren und individuell fördern können. Das ist anspruchsvoll, aber auch pädagogisch sehr bereichernd.
Besoldung an der Gesamtschule
Lehrkräfte an Integrierten Gesamtschulen (IGS) werden je nach Bundesland unterschiedlich besoldet. In NRW (wo die meisten Gesamtschulen existieren) gilt grundsätzlich A13 für Lehrkräfte, die gymnasiale Inhalte unterrichten.
| Bundesland | Besoldung Gesamtschule | Besonderheit |
|---|---|---|
| NRW | A12/A13 je nach Lehrtätigkeit | Größtes Gesamtschulsystem |
| Hessen | A12/A13 | Kooperative/Integrierte GS |
| Niedersachsen | A12/A13 | Orientierungsstufe integriert |
| Berlin | A12/A13 | Viele Gesamtschulen |
| Brandenburg | A12/A13 | Oberschule mit GS-Profil |
Alltag an der Gesamtschule
Der Unterrichtsalltag ist vielfältig: jahrgangsübergreifende Projekte, enge Zusammenarbeit mit Sozialpädagogen und Förderlehrkräften, intensive Elternarbeit. Viele Gesamtschulen haben Ganztagsbetrieb, was die Wochenarbeitszeit strukturiert, aber auch intensiver macht.
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Wie das Kurssystem funktioniert
Der Kern der Gesamtschule ist die äußere Fachleistungsdifferenzierung: Ab einem bestimmten Jahrgang werden die Hauptfächer in Grund- und Erweiterungskursen unterrichtet – meist beginnend mit Mathematik und Englisch, später Deutsch und eine Naturwissenschaft. Der Kursbesuch entscheidet über den erreichbaren Abschluss und wird zum Halbjahr überprüft; Auf- und Abstufungen sind ausdrücklich vorgesehen.
Für die Lehrkraft bedeutet das zweierlei. Zum einen unterrichtest du dieselbe Klasse in unterschiedlichen Zusammensetzungen, je nach Fach – die Klassengemeinschaft ist damit weniger geschlossen als am Gymnasium. Zum anderen sind die Umstufungsgespräche ein regelmäßiger und emotional aufgeladener Teil der Arbeit: Eine Abstufung verschiebt die Abschlussperspektive eines Kindes, und das wissen die Eltern.
Der große Vorzug der Schulform liegt in derselben Mechanik: Der Bildungsgang bleibt bis spät offen. Kinder, die am gegliederten System früh festgelegt worden wären, können sich hier noch entwickeln – und Lehrkräfte erleben Bildungsverläufe, die anderswo nicht möglich wären. Für viele ist genau das der Grund, an dieser Schulform zu bleiben.
Unterrichte ich auch in der Oberstufe?
Wenn die Gesamtschule eine eigene gymnasiale Oberstufe hat und du die entsprechende Lehrbefähigung besitzt, ja – und das ist auch für die Besoldung relevant. Nicht jede Gesamtschule führt eine Oberstufe; in dem Fall kooperieren die Schulen mit benachbarten Standorten.