
Lehramt Wirtschaft: BWL unterrichten an Gymnasium & Berufsschule
Wirtschaftslehrer sind gesucht – besonders an Berufsschulen. Studium, Quereinsteig, Gehalt und Einstellungschancen.
🏭 Berufsschule
Wirtschaft/BWL ist DAS Kernfach an kaufmännischen Berufsschulen
📊 Mangelfach
Wirtschaftslehrer an Berufsschulen deutschlandweit gesucht
💰 Gehalt
A 13 an Berufsschulen und Gymnasien (Eingangsamt mit Lehramt)
🎯 Quereinsteiger
Wirtschaftsstudium + Referendariat = direkter Einstieg möglich
Lehramt Wirtschaft: Studium & Wege
Wirtschaft als Lehrfach gibt es vor allem an Gymnasien (als Wirtschaft/Recht oder Sozialwissenschaften) und an Berufsschulen (kaufmännischer Zweig). Die Studienwege unterscheiden sich je nach Schulform erheblich.
Wirtschaft am Gymnasium vs. Berufsschule
| Aspekt | Gymnasium | Berufsschule |
|---|---|---|
| Studium | Lehramt mit Fach Wirtschaft/Recht | Wirtschaftspädagogik (WiPäd) |
| Besoldung | A13 | A13 (Studienrat/-rätin mit Lehramt an berufsbildenden Schulen; Beträge je Land) |
| Unterrichtsinhalte | VWL, Recht, Wirtschaftspolitik | BWL, Buchführung, Berufskunde |
| Nachfrage | Mittel | Sehr hoch (Mangelfach) |
Quereinsteiger mit BWL-Abschluss
Wer ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium (BWL, VWL, Betriebswirtschaft) hat, kann in den meisten Bundesländern als Quereinsteiger an Berufsschulen einsteigen. Der direkte Einstieg ohne klassisches Lehramt-Studium ist für diesen Bereich besonders häufig möglich.
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Was das Studium der Wirtschaftspädagogik umfasst
Wirtschaftspädagogik ist kein Lehramtsstudium mit wirtschaftlichem Beifach, sondern ein vollwertiges wirtschaftswissenschaftliches Studium mit pädagogischem Aufbau. Der Kern besteht aus denselben Modulen wie im BWL- oder VWL-Studium: Rechnungswesen, Kosten- und Leistungsrechnung, Finanzierung, Marketing, Wirtschaftsrecht, Statistik und Volkswirtschaftslehre. Erst darauf setzen Erziehungswissenschaft und Wirtschaftsdidaktik auf.
Daraus ergibt sich ein Vorteil, den kaum ein anderes Lehramt bietet: die Doppelqualifikation. Der Abschluss öffnet neben der Berufsschule auch Wege in die betriebliche Personalentwicklung, in Weiterbildungseinrichtungen, zu Kammern und Verbänden. Wer sich für den Schuldienst entscheidet, tut das mit einer belastbaren Alternative im Rücken – für viele ein wichtiges Argument.
An der Berufsschule unterrichtest du Erwachsene
Der größte Unterschied zum allgemeinbildenden Schuldienst ist die Lerngruppe. In einer kaufmännischen Berufsschulklasse sitzen Auszubildende zwischen etwa 16 und Mitte zwanzig, manche mit abgeschlossenem Studium, manche mit Familie. Sie stehen zugleich in einem Betrieb, bringen Praxiswissen mit und stellen Fragen, die im Lehrbuch nicht stehen.
Das verschiebt die Rolle: Autorität entsteht hier über fachliche Glaubwürdigkeit, nicht über Status. Wer Buchungssätze erklärt, ohne zu wissen, wie sie im Betriebsalltag der Klasse tatsächlich vorkommen, verliert die Gruppe schnell. Umgekehrt ist die Motivation vieler Klassen hoch, weil der Stoff sichtbar mit dem Beruf zusammenhängt – das macht den Unterricht für viele Lehrkräfte reizvoller als in der Sekundarstufe I.
Ist der Quereinstieg oder das grundständige Studium der bessere Weg?
Beides führt zum Ziel, mit unterschiedlichem Risiko. Das Studium der Wirtschaftspädagogik ist der planbare Weg mit gesicherter Laufbahn. Der Quereinstieg mit BWL-Abschluss geht schneller, hängt aber vom aktuellen Bedarf des jeweiligen Landes ab und führt nicht überall zur Verbeamtung – die Bedingungen sollte man vorher schriftlich klären.