Gewerkschaft GEW — Lohnt sich die Mitgliedschaft für Lehrer?
Die GEW ist die größte Bildungsgewerkschaft Deutschlands. Was bietet die Mitgliedschaft, was kostet sie — und gibt es sinnvolle Alternativen?
Was ist die GEW?
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die größte Bildungsgewerkschaft in Deutschland und gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an. Sie vertritt die Interessen von Lehrkräften, Erziehern, Hochschulbeschäftigten und anderen Beschäftigten im Bildungsbereich — insgesamt über 280.000 Mitglieder bundesweit.
Die GEW setzt sich auf tarif- und bildungspolitischer Ebene für bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Bezahlung und Bildungsgerechtigkeit ein. Für einzelne Mitglieder bietet sie konkrete Vorteile wie Rechtsschutz, Beratung und günstige Versicherungen.
Vorteile der GEW-Mitgliedschaft
Gewerkschaftlicher Rechtsschutz
Einer der wichtigsten Vorteile: Mitglieder erhalten kostenlosen Rechtsschutz in dienstrechtlichen und arbeitsrechtlichen Streitigkeiten. Das umfasst Konflikte mit dem Dienstherrn, Versetzungsstreitigkeiten, Abmahnungen oder Probleme bei Kündigung (angestellte Lehrer). Die GEW stellt Fachanwälte und trägt die Prozesskosten.
Beratung und Information
Mitglieder profitieren von regelmäßiger Beratung zu Tarif- und Beamtenrecht, Besoldungsfragen, Arbeitszeit und Pension. Über Mitgliederzeitschrift, Newsletter und regionale Veranstaltungen wird man auf dem Laufenden gehalten.
Fortbildung und Qualifikation
Die GEW bietet eigene Seminare und Fortbildungen zu pädagogischen und rechtlichen Themen an — oft deutlich günstiger als kommerzielle Anbieter oder kostenlos für Mitglieder.
Kollektivverhandlungen (TV-L)
Für angestellte Lehrer verhandelt die GEW als DGB-Gewerkschaft den Tarifvertrag Länder (TV-L). Ohne Mitglieder hätte die Gewerkschaft keine Verhandlungsmacht — wer vom Tarifvertrag profitiert, sollte die Gewerkschaft unterstützen.
Beitrag und steuerliche Absetzbarkeit
Der GEW-Beitrag beträgt in der Regel ca. 0,6–0,7 % des Bruttolohns pro Monat. Bei einem verbeamteten Lehrer mit A13 (ca. 4.500 € brutto) wären das rund 27–32 € monatlich. Für Referendare, Studierende und Teilzeitmitglieder gelten reduzierte Beiträge.
| Mitgliedsstatus | Monatsbeitrag (ca.) |
|---|---|
| Vollzeitbeschäftigte Lehrkraft | ca. 27–35 € / Monat |
| Teilzeitbeschäftigte | anteilig (nach Einkommen) |
| Referendare / Studenten | ca. 5–8 € / Monat |
| Rentner / Pensionäre | reduzierter Beitrag |
Alternativen zur GEW
Die GEW ist nicht die einzige Lehrergewerkschaft. Je nach Bundesland und Schulform gibt es unterschiedliche Organisationen:
VBE — Verband Bildung und Erziehung
Der VBE ist besonders stark in Grundschulen und im Bereich der frühkindlichen Bildung. Er ist nicht im DGB, bietet aber ebenfalls Rechtsschutz und Beratung. In manchen Bundesländern stärker vertreten als die GEW.
Philologenverband (PhV)
Der Philologenverband vertritt traditionell Gymnasiallehrer. Er ist konservativer ausgerichtet und setzt sich speziell für die Interessen von Lehrkräften an Gymnasien und Oberschulen ein.
dbb — Beamtenbund und Tarifunion
Der dbb ist ein Konkurrenzverband zum DGB und vertritt primär Beamte — also auch verbeamtete Lehrer. Einige Lehrerverbände (z. B. BLLV in Bayern) sind über den dbb organisiert.
GEW beitreten — so geht’s
- Auf gew.de den Mitgliedsantrag online ausfüllen
- Landesverband auswählen (nach Bundesland)
- Beitrag per SEPA-Lastschrift einrichten
- Mitgliedsausweis erhalten und Vorteile nutzen
Werbungskosten für Gewerkschaftsbeitrag absetzen
Der GEW-Beitrag lässt sich komplett als Werbungskosten geltend machen
