Referendariat abbrechen: Was sind deine Optionen?

Referendariat abbrechen: Was sind deine Optionen?

Referendariat abbrechen

Was passiert beim Abbruch des Referendariats? Welche Alternativen gibt es? Und was kannst du danach beruflich machen?

Das Referendariat ist intensiv, anspruchsvoll und nicht für jeden der richtige Weg. Wer merkt, dass der Lehrberuf nicht zu ihm passt, oder wer aus gesundheitlichen Gründen nicht weitermachen kann, steht vor einer schweren Entscheidung. Dieser Artikel klärt die wichtigsten Fragen sachlich und ohne Wertung.

Gründe für einen Abbruch

Es gibt viele legitime Gründe, das Referendariat zu beenden:

  • Gesundheitliche Probleme (Burnout, psychische Erkrankungen, körperliche Einschränkungen)
  • Falsche Berufswahl – der Lehrberuf passt nicht zu dir
  • Private Umstände (Familiengründung, Pflegesituation)
  • Wiederholtes Nichtbestehen von Prüfungen
  • Jobangebot in einem anderen Bereich

Was passiert beim Abbruch?

Wenn du das Referendariat freiwillig abbrichst, verlierst du den Anspruch auf das Zweite Staatsexamen. Du behältst aber deinen Hochschulabschluss (Bachelor/Master/Erstes Staatsexamen). Abhängig vom Zeitpunkt des Abbruchs kann das Referendariat in einigen Bundesländern zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.

Alternativen zum vollständigen Abbruch

  • Pause beantragen: In vielen Bundesländern ist eine Unterbrechung aus gesundheitlichen oder familiären Gründen möglich
  • Schulwechsel: Ein Wechsel der Ausbildungsschule kann bei Konflikten mit Mentorinnen oder im Kollegium helfen
  • Fächerwechsel: In seltenen Fällen möglich, wenn ein Fach das Problem darstellt
  • Beratung: Studienseminare bieten Beratung an – nimm diese Angebote wahr, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst

Berufliche Alternativen nach dem Abbruch

Ein Lehramtsstudium öffnet auch außerhalb der Schule Türen. Absolventen mit Erstem Staatsexamen oder Lehramts-Master werden in diesen Bereichen beschäftigt:

  • Erwachsenenbildung und Volkshochschulen
  • Corporate Training und betriebliche Weiterbildung
  • Verlage und Bildungsmedien (Lehrwerke, Lernsoftware)
  • NGOs und internationale Bildungsorganisationen
  • Personalentwicklung in Unternehmen
  • Öffentlicher Dienst (Ministerien, Schulbehörden)

Alles zum Referendariat

Informiere dich über Ablauf, Gehalt und Prüfungen im Referendariat – auch wenn du noch in der Planung bist.

Zur Referendariat-Seite

Was beim Referendariatsabbruch konkret passiert

SzenarioStatus danachOptionen
Abbruch eigener Wunsch (vor Verbeamtung)Kein Beamtenstatus mehrLehramt-Quereinsteiger, andere Berufe
Nichtbestehen 2. Staatsexamen (1. Versuch)Zweiter Versuch möglichMeist 1 Wiederholungsmöglichkeit
Nichtbestehen 2. Staatsexamen (2. Versuch)Dauerhafter Ausschluss aus LehramtAndere Berufe, Hochschullektor
Abbruch durch DienstunfähigkeitEvtl. Ruhestand, MindestruhegehaltGesundheitliche Rehabilitation
Abbruch durch schwerwiegendes FehlverhaltenEntlassung aus BeamtenverhältnisKeine Weiterbeschäftigung im Schuldienst

Was du tun kannst, wenn das Referendariat nicht klappt

Das Referendariat ist intensiv und viele Referendare zweifeln zwischendurch. Ein Abbruch muss kein Scheitern sein — er kann der richtige Schritt sein, wenn das Unterrichten strukturell nicht passt. Was hilft bei der Entscheidung:

  • Mentoring: Mit erfahrenen Lehrkräften oder Seminarleitungen sprechen
  • Arztgespräch: Bei psychischer Belastung frühzeitig handeln
  • Verlängerungsoption: Manche Bundesländer ermöglichen Verlängerungen bei begründeten Fällen

Kann ich später doch noch das Lehramt anstreben, wenn ich abgebrochen habe?

Das hängt vom Abbruchgrund ab. Bei freiwilligem Abbruch: Ja, in vielen Bundesländern ist ein Neustart nach einigen Jahren möglich — teils sogar ohne die vollen 18 Monate zu wiederholen. Bei zweimaligem Nichtbestehen des Staatsexamens: dauerhafter Ausschluss aus dem Lehramt in Deutschland (Grundsatz der bundesweiten Wirkung).

Nach oben scrollen