Teilzeit und Pension: Wie Teilzeitarbeit das Ruhegehalt von Lehrern beeinflusst
Wer in Teilzeit arbeitet, verdient weniger — aber die Pensionseinbuße kommt noch dazu. Eine ehrliche Rechnung.
Grundprinzip: Wie beeinflusst Teilzeit die Pension?
Die Beamtenpension (Ruhegehalt) berechnet sich aus zwei Faktoren:
- Ruhegehaltssatz: Anzahl der ruhegehaltsfähigen Dienstjahre × 1,79375 % (max. 71,75 %)
- Ruhegehaltsfähige Dienstbezüge: Das Grundgehalt, das der Berechnung zugrunde liegt
Bei Teilzeit wird der zweite Faktor anteilig reduziert: Teilzeitjahre zählen nur entsprechend ihrer Quote als ruhegehaltsfähige Dienstzeit.
Die Formel für die Pension bei Teilzeit
Ruhegehaltsfähige Dienstzeit = Vollzeitjahre + (Teilzeitjahre × Teilzeitquote)
Beispiel: 20 Jahre Vollzeit + 10 Jahre 50-%-Teilzeit = 20 + 5 = 25 ruhegehaltsfähige Jahre
Ruhegehaltssatz: 25 × 1,79375 % = 44,84 %
Bei A13 Endstufe (Grundgehalt ~4.500 €): Pension = 44,84 % × 4.500 € = 2.018 €/Monat brutto
Vergleichsrechnung: Vollzeit vs. verschiedene Teilzeitmodelle
| Modell | Vollzeitäquivalent (35 Jahre) | Ruhegehaltssatz | Pension* (A13) |
|---|---|---|---|
| 35 Jahre Vollzeit | 35,0 Jahre | 62,78 % | ~2.825 € |
| 30J Vollzeit + 5J 80% TZ | 34,0 Jahre | 60,99 % | ~2.745 € |
| 25J Vollzeit + 10J 75% TZ | 32,5 Jahre | 58,30 % | ~2.624 € |
| 20J Vollzeit + 15J 50% TZ | 27,5 Jahre | 49,33 % | ~2.220 € |
| 10J Vollzeit + 25J 50% TZ | 22,5 Jahre | 40,36 % | ~1.816 € |
*Brutto-Richtwerte, A13 Endstufe, individuell verschieden
Was bedeutet das konkret für die Planung?
Der Unterschied zwischen 35 Jahren Vollzeit und einem Modell mit viel Teilzeit kann leicht 500–1.000 € monatliche Pensionsdifferenz ausmachen — ein Leben lang. Das ist keine Kleinigkeit.
Dazu kommt: Wer in Teilzeit weniger verdient, zahlt auch weniger in die PKV ein (Beiträge bleiben meist gleich) und hat weniger Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge.
Wann lohnt Teilzeit trotzdem?
Trotz Pensionseinbußen gibt es gute Gründe für Teilzeit:
- Elternzeit und Kinderbetreuung: Reduzierte Teilzeit mit Kindern ist in vielen Fällen die vernünftige Entscheidung
- Gesundheitsschutz: Wer mit 100 % überlastet ist, riskiert Burnout und frühe Dienstunfähigkeit — was die Pension noch stärker reduziert
- Sabbatical / Freistellung: Kurze Phasen mit bewusstem Ausgleich
Strategische Empfehlung
Wenn Teilzeit, dann möglichst:
- Spät in der Karriere (wenn die Grundjahre in Vollzeit schon angesammelt sind)
- Nicht zu niedrig (75–80 % statt 50 %)
- Zeitlich begrenzt (5 Jahre statt 15 Jahre)
Versorgungslücke durch Teilzeit absichern
Wer weiß, dass seine Pension durch Teilzeit reduziert wird, sollte früh eine zusätzliche Absicherung aufbauen: Riester (mit Beamten-Zulage), Rürup, private Rentenversicherung oder auch eine Dienstunfähigkeitsversicherung, die im schlimmsten Fall die Versorgungslücke überbrückt.
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