PKV im Ruhestand: Was passiert mit der Krankenversicherung nach der Pension?

Versicherungen · Mai 2026

PKV im Ruhestand: Was passiert mit Ihrer Krankenversicherung nach der Pension?

Gute Nachricht: Im Ruhestand sinkt Ihr PKV-Beitrag — weil der Beihilfesatz steigt. Was Sie trotzdem beachten müssen.

Die gute Nachricht: Mehr Beihilfe im Ruhestand

Als aktiver Beamter erhalten Sie 50 % Beihilfe vom Dienstherrn. Im Ruhestand (Pension) steigt dieser Satz auf 70 %. Das bedeutet: Sie müssen nur noch 30 % Ihrer Krankenkosten über die PKV absichern — und Ihr PKV-Beitrag sinkt entsprechend.

StatusBeihilfesatzPKV decktTypischer PKV-Beitrag
Aktiver Beamter (ledig)50 %50 %130–200 €/Monat
Pensionär70 %30 %100–160 €/Monat
Pensionär mit Ehepartner (beide Beamte)70 % / 70 %je 30 %ggf. günstiger durch Tarifanpassung
Viele Lehrer unterschätzen den Pensionsvorteil der PKV: Weil im Ruhestand mehr Beihilfe fließt, ist der PKV-Beitrag im Alter oft niedriger als im aktiven Dienst — trotz steigendem Alter.

Wie ändert sich der PKV-Beitrag konkret?

Die meisten PKV-Tarife für Beamte sind als sogenannte Beihilfeergänzungstarife konzipiert. Sie decken den Teil, den die Beihilfe nicht abdeckt. Wenn die Beihilfe von 50 % auf 70 % steigt, wechseln viele Versicherer automatisch in einen günstigeren Ergänzungstarif — ohne Gesundheitsprüfung.

Sprechen Sie rechtzeitig (ca. 6 Monate vor der Pensionierung) mit Ihrer PKV über die Tarifumstellung. Vergessen Sie es, zahlen Sie möglicherweise weiter den teureren 50-%-Tarif.

Was ist mit dem Alter: Steigen die Beiträge trotzdem?

Ja — PKV-Beiträge steigen mit dem Alter durch Anpassungen an die gestiegenen Gesundheitskosten. Dem wirken zwei Mechanismen entgegen:

  • Alterungsrückstellungen: Ihre PKV bildet über die gesamte Versicherungszeit Rücklagen, die im Alter die Beitragssteigerung dämpfen
  • Standardtarif: Ab 65 können GKV-vergleichbare Leistungen zu deutlich günstigeren Beiträgen gewählt werden (§ 204 VVG)
Tipp: Achten Sie beim PKV-Abschluss auf einen Tarif mit hoher Alterungsrückstellung und einer Beitragsentlastungskomponente ab 65 — das schützt vor Beitragsschocks im Rentenalter.

Pflegezusatzversicherung: Was Pensionäre brauchen

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist auch für Beamte Pflicht (falls nicht befreit). Die Beihilfe übernimmt im Pflegefall ebenfalls 70 % — die private Pflegezusatzversicherung sichert den Rest ab. Angesichts der Pflegekosten (2.000–5.000 €/Monat im Heim) ist eine Lücke von 30 % ein erhebliches Risiko.

Checkliste: Was vor der Pension zu klären ist

  • ☐ PKV über Pensionierung informieren → Tarifumstellung auf 70-%-Beihilfe beantragen
  • ☐ Beihilfesatz beim Dienstherrn bestätigen lassen
  • ☐ Ggf. Pflegezusatzversicherung abschließen (je früher, desto günstiger)
  • ☐ Krankenversicherung für nicht beihilfeberechtigte Familienangehörige klären
  • ☐ Versorgungslücke berechnen — reicht das Ruhegehalt für laufende Ausgaben?

Kostenloser Versicherungscheck für Lehrer

Unser Experte prüft Ihre aktuelle Absicherung — unverbindlich und kostenlos.

Jetzt Versicherungscheck starten →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen