PKV im Ruhestand: Was passiert mit Ihrer Krankenversicherung nach der Pension?
Gute Nachricht: Im Ruhestand sinkt Ihr PKV-Beitrag — weil der Beihilfesatz steigt. Was Sie trotzdem beachten müssen.
Die gute Nachricht: Mehr Beihilfe im Ruhestand
Als aktiver Beamter erhalten Sie 50 % Beihilfe vom Dienstherrn. Im Ruhestand (Pension) steigt dieser Satz auf 70 %. Das bedeutet: Sie müssen nur noch 30 % Ihrer Krankenkosten über die PKV absichern — und Ihr PKV-Beitrag sinkt entsprechend.
| Status | Beihilfesatz | PKV deckt | Typischer PKV-Beitrag |
|---|---|---|---|
| Aktiver Beamter (ledig) | 50 % | 50 % | 130–200 €/Monat |
| Pensionär | 70 % | 30 % | 100–160 €/Monat |
| Pensionär mit Ehepartner (beide Beamte) | 70 % / 70 % | je 30 % | ggf. günstiger durch Tarifanpassung |
Wie ändert sich der PKV-Beitrag konkret?
Die meisten PKV-Tarife für Beamte sind als sogenannte Beihilfeergänzungstarife konzipiert. Sie decken den Teil, den die Beihilfe nicht abdeckt. Wenn die Beihilfe von 50 % auf 70 % steigt, wechseln viele Versicherer automatisch in einen günstigeren Ergänzungstarif — ohne Gesundheitsprüfung.
Sprechen Sie rechtzeitig (ca. 6 Monate vor der Pensionierung) mit Ihrer PKV über die Tarifumstellung. Vergessen Sie es, zahlen Sie möglicherweise weiter den teureren 50-%-Tarif.
Was ist mit dem Alter: Steigen die Beiträge trotzdem?
Ja — PKV-Beiträge steigen mit dem Alter durch Anpassungen an die gestiegenen Gesundheitskosten. Dem wirken zwei Mechanismen entgegen:
- Alterungsrückstellungen: Ihre PKV bildet über die gesamte Versicherungszeit Rücklagen, die im Alter die Beitragssteigerung dämpfen
- Standardtarif: Ab 65 können GKV-vergleichbare Leistungen zu deutlich günstigeren Beiträgen gewählt werden (§ 204 VVG)
Pflegezusatzversicherung: Was Pensionäre brauchen
Die gesetzliche Pflegeversicherung ist auch für Beamte Pflicht (falls nicht befreit). Die Beihilfe übernimmt im Pflegefall ebenfalls 70 % — die private Pflegezusatzversicherung sichert den Rest ab. Angesichts der Pflegekosten (2.000–5.000 €/Monat im Heim) ist eine Lücke von 30 % ein erhebliches Risiko.
Checkliste: Was vor der Pension zu klären ist
- ☐ PKV über Pensionierung informieren → Tarifumstellung auf 70-%-Beihilfe beantragen
- ☐ Beihilfesatz beim Dienstherrn bestätigen lassen
- ☐ Ggf. Pflegezusatzversicherung abschließen (je früher, desto günstiger)
- ☐ Krankenversicherung für nicht beihilfeberechtigte Familienangehörige klären
- ☐ Versorgungslücke berechnen — reicht das Ruhegehalt für laufende Ausgaben?
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