
Die Zahlen: Wie groß ist der Lehrermangel?
Laut Kultusministerkonferenz (KMK) fehlen Deutschland bis 2030 schätzungsweise 25.000 bis 35.000 Lehrkräfte.
Ursachen des Lehrermangels
- Babyboomer-Pensionierung: Ganze Lehrergenerationen gehen gleichzeitig in Rente
- Gestiegene Schülerzahlen: Migration und höhere Geburtenraten überfordern Prognosen
- Zu wenige Studienanfänger in Mangelfächern wie Physik und Mathematik
- Lange Ausbildungsdauer: Vom Studienbeginn bis zur Stelle vergehen 7-9 Jahre
- Frühpensionierungen durch Burnout und Dienstunfähigkeit
Was bedeutet das für dich?
Nie waren die Chancen besser. In MINT und Berufsschule wirst du in jedem Bundesland gesucht.
Sehr gute Einstellungschancen. Wähle ein Mangelfach als Zweitfach für noch bessere Chancen.
Bundesland-Vergleich: Wo ist der Mangel am größten?
| Bundesland | Mangel-Schwerpunkt | Einstellungschancen |
|---|---|---|
| Berlin | Grundschule, Sek I, DaZ | Sehr hoch — auch Quereinsteiger |
| NRW | MINT, Berufsschule, Sonderpäd. | Sehr hoch — alle Schulformen |
| Bayern | Grundschule, ländliche Regionen | Hoch — Bereitschaft zur Flexibilität nötig |
| Brandenburg | Alle Fächer, alle Schulformen | Außerordentlich hoch |
| Hamburg | DaZ, Sonderpädagogik | Hoch — besonders mit Zusatzqualifikation |
Was der Lehrermangel konkret für Bewerber bedeutet
Der Lehrermangel klingt nach einem Problem — für Bewerber ist er eine Chance. Bundesländer, die händeringend suchen, reagieren mit niedrigeren Einstellungshürden, schnellerer Verbeamtung und mehr Spielraum bei der Schulwahl. Was du davon nutzen kannst:
- Mangelfach wählen: Wer Physik, Informatik oder Mathematik als Fach hat, kann in fast jedem Bundesland direkt eingestellt werden
- Bundesland gezielt auswählen: Brandenburg, MV und Sachsen-Anhalt bieten in vielen Fächern direkten Einstieg — auch ohne Mangelfach
- Quereinsteiger-Programme: Wer kein Lehramt studiert hat, findet heute in allen 16 Bundesländern Wege in den Schuldienst
Häufige Fragen zum Lehrermangel
Werden auch Lehrer für Gymnasium und Realschule gesucht?
Weniger drängend als in Grundschule und Berufsschule — aber ja. An Gymnasien fehlen vor allem MINT-Lehrkräfte; an Realschulen ist das Bild breiter. Wer Gymnasium als Zielschulform anstrebt, sollte ein Mangelfach (Physik, Informatik, Mathe) oder eine Sonderqualifikation mitbringen.
Wie lange dauert es noch, bis der Mangel behoben ist?
Laut KMK-Prognosen bis mindestens 2030 — in einigen Bundesländern strukturell auch darüber hinaus. Die Ausbildungsdauer von 7–9 Jahren macht schnelle Korrekturen unmöglich. Kurzfristige Lösungen (Quereinsteiger, Pensionsverlängerung, Teilzeit-Rückkehrer) überbrücken, beheben den Mangel aber nicht strukturell.
Gibt es Lehrermangel auch an Gymnasien?
Ja — aber weniger ausgeprägt als in Grundschule oder Berufsschule. Gymnasien mit MINT-Fächern (Physik, Chemie, Informatik) sind am stärksten betroffen. Wer Gymnasium als Zielschulform anstrebt und ein Mangelfach mitbringt, hat hervorragende Chancen — auch ohne Aufnahmestau. Wer nur Fächer wie Deutsch oder Geschichte studiert hat, muss mehr Geduld einplanen.
Informiere dich über Quereinsteiger-Möglichkeiten in deinem Bundesland.
