Praktika im Lehramtsstudium: Was du wissen musst

Praktika im Lehramtsstudium: Was du wissen musst
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Praktika im Lehramtsstudium

Orientierungspraktikum, Schulpraktikum, Praxissemester: Alle Pflichtpraktika und wie du sie optimal nutzt.

Praktika sind im Lehramtsstudium kein lästiges Anhängsel, sondern dein wichtigster Realitätscheck. Hier merkst du zum ersten Mal, ob das Unterrichten wirklich zu dir passt – lange bevor du dich endgültig festlegst. Und du sammelst genau die Erfahrung, die dir im Referendariat später Sicherheit gibt. Wir zeigen dir, welche Praktika dich erwarten und wie du das Meiste aus ihnen herausholst.

Welche Praktika gibt es im Lehramtsstudium?

Das Lehramtsstudium verknüpft Theorie und Praxis stärker als die meisten anderen Studiengänge. In der Regel absolvierst du verschiedene Praktika, die aufeinander aufbauen:

1. Orientierungspraktikum

Das allererste Praktikum – meist vor oder zu Beginn des Studiums. Du hospitierst nur und unterrichtest noch nicht selbst. Ziel: Herausfinden, ob der Lehrberuf wirklich das Richtige ist.

Dauer: 1-4 WochenZeitpunkt: Vor/zu Beginn des StudiumsVergütung: Keine
2. Schulpraktische Studien (SPS)

Im Hauptstudium unterrichtest du erstmals unter Anleitung. Du planst eigene Unterrichtsstunden und lernst Feedback anzunehmen. Meist in beiden Unterrichtsfächern separat.

Dauer: 4-6 WochenZeitpunkt: Im Bachelor/HauptstudiumVergütung: Keine
3. Praxissemester (das wichtigste!)

Das Herzstück der praktischen Ausbildung: Du verbringst ein ganzes Semester an einer Schule und kombinierst das mit Begleitseminaren an der Universität. In vielen Bundesländern Pflicht im Master.

Dauer: 1 SemesterZeitpunkt: Master 1. oder 2. SemesterVergütung: Teilweise (bis 400 Euro/Monat)
💡 Der Moment der Wahrheit

Im Praxissemester steht Nina das erste Mal allein vor 28 Achtklässlern. Die ersten Minuten sind Chaos – bis sie eine Methode aus dem Begleitseminar ausprobiert und die Klasse plötzlich mitzieht. Genau dieser Moment, in dem Theorie und Praxis ineinandergreifen, ist der Grund, warum Praktika so wertvoll sind: Du lernst nichts schneller als vor einer echten Klasse.

Tipps für ein erfolgreiches Praktikum

Schule sorgfältig auswählen
Such dir eine Schule aus, die zur Schulform passt, an der du später unterrichten möchtest – nicht unbedingt die nächste.
Aktiv mitmachen
Frage nach, ob du eigene Unterrichtsstunden übernehmen kannst – auch wenn es nur freiwillig ist. Praxis ist unbezahlbar.
Feedback einholen
Bitte deine Mentorlehrkraft um ehrliches Feedback nach jeder Unterrichtsstunde. Das hilft mehr als jede Theorie.
Portfolio führen
Halte deine Erfahrungen schriftlich fest – das hilft beim später geforderten Portfolio im Referendariat.

Unterschiede nach Bundesland

Die Praktikumsanforderungen variieren stark nach Bundesland. In Bayern ist das Schulpraktikum sehr intensiv, in NRW gibt es das umfangreiche Praxissemester. Informiere dich direkt bei deiner Universität über die genauen Anforderungen.

Häufige Fragen

Werden die Praktika vergütet?

Orientierungs- und Schulpraktika in der Regel nicht. Das Praxissemester wird in manchen Bundesländern mit bis zu rund 400 Euro im Monat unterstützt – das hängt stark vom Land ab.

Wie finde ich eine passende Praktikumsschule?

Such dir möglichst früh eine Schule der Schulform, an der du später unterrichten willst. Frag im Bekanntenkreis, nutze die Listen deiner Uni und bewirb dich rechtzeitig – beliebte Schulen sind schnell ausgebucht.

Was, wenn mir das Unterrichten im Praktikum gar nicht liegt?

Dann ist das Praktikum genau seinen Zweck wert: besser jetzt herausfinden als nach sieben Jahren Ausbildung. Oft liegt es aber nur an der Schulform oder Altersstufe – ein zweites Praktikum an einer anderen Schule bringt häufig die Wende.

Sind die Praktika in jedem Bundesland gleich?

Nein. Zahl, Dauer und Bezeichnung der Pflichtpraktika unterscheiden sich je Land und Studienordnung. Das Praxissemester ist in vielen, aber nicht allen Ländern Pflicht. Maßgeblich ist immer die Studienordnung deiner Uni.

Was heißt das für dich? Nimm die Praktika ernst – sie sind deine beste Versicherung gegen eine Fehlentscheidung und dein wichtigstes Trainingsfeld. Geh aktiv rein, hol dir Feedback und probier dich aus. Jede Stunde vor einer echten Klasse macht dich sicherer für das, was kommt.

Nach dem Studium: Das Referendariat

Das Referendariat ist das letzte Mal Praxis vor dem Berufseinstieg. Lies unseren Referendariat-Guide.

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