Krankenversicherung im Referendariat 2026
PKV oder GKV? Das ist die wichtigste Finanzentscheidung im Referendariat – und sie muss oft Monate vorher getroffen werden. Wir erklären alles, was du wissen musst.
📋 Inhalt dieser Seite
Das bedeutet in der Praxis:
Du brauchst keine Vollversicherung, sondern nur eine PKV, die die verbleibenden 30–50 % der Kosten trägt. Das macht die monatlichen Beiträge für Referendare sehr günstig – oft zwischen 80 und 140 Euro.
| Kriterium | ✓ PKV (empfohlen) | GKV |
|---|---|---|
| Monatlicher Beitrag | ~80–140 € (50 % Beihilfe) | ~200–350 € |
| Arztwahl | Freie Wahl, auch Privatärzte | Kassenärzte, Überweisung nötig |
| Wartezeiten | Meist kürzere Wartezeiten | Teils lange Wartezeiten |
| Zahnersatz | Oft vollständig versichert | Nur Festzuschüsse |
| Brille / Sehhilfen | In vielen Tarifen enthalten | Nicht mehr übernommen |
| Familienversicherung | Jedes Mitglied zahlt eigenen Beitrag | Kinder kostenlos mitversichert |
| Bei Verbeamtung | Optimale Kombination mit Beihilfe | GKV-Beitrag trotzdem voll fällig |
| Rückkehr zur GKV | Ab 55 Jahren kaum möglich | Jederzeit möglich |
Ersparnis vs. GKV: ~150 €/Monat
= ~2.700 €/Jahr
Mindestbeitrag ca. 226 €/Monat
💰 Ersparnis über 18 Monate Referendariat
Bei einem Unterschied von ~150 €/Monat sparst du über das gesamte Referendariat rund 2.700 Euro mit der PKV – bei gleichzeitig besserem Leistungsumfang.
ℹ️ Hinweis zu den Preisen
Richtwerte für eine 27-jährige Person ohne Vorerkrankungen, 50 % Beihilfe. Individuelle Beratung empfohlen.
Anwartschaft abschließen
Kosten: ca. 10–25 €/Monat. Dein Gesundheitsstatus wird „eingefroren“.
Anwartschaft aktivieren
Du meldest dem Versicherer, wann du anfängst. Keine neue Gesundheitsprüfung nötig.
PKV-Vollschutz beginnt
Du bist ab Tag 1 vollständig über PKV + Beihilfe abgesichert.
⚠️ Achtung: Ohne Anwartschaft kann jede Erkrankung teuer werden!
Wer beim PKV-Eintritt Vorerkrankungen hat, muss mit Beitragszuschlägen oder Leistungsausschlüssen rechnen. Die Anwartschaft verhindert das.
- !Wenn du Kinder oder einen nicht berufstätigen Partner hast – die kostenlose Familienversicherung der GKV spart viel Geld
- !Wenn du nach dem Ref. in die Privatwirtschaft wechselst – dann lohnt Beihilfe/PKV nicht
- !Wenn du erhebliche Vorerkrankungen hast – PKV könnte teuer werden
- !Wenn du unsicher über die Verbeamtung bist – als Angestellter ohne Beihilfe ist PKV unvorteilhaft
- ✓Beihilfesatz meines Bundeslands prüfen (50 % oder mehr?)
- ✓Persönliche Situation klären: Familie, Gesundheit, Pläne
- ✓Kostenloser PKV-Vergleich anfragen
- ✓Anwartschaft noch im Studium abschließen (falls PKV gewählt)
- ✓GKV kündigen (Frist beachten!) oder weiterführen
- ✓Beihilfeantrag beim Dienstherrn stellen
- ✓PKV-Beitragsbestätigung für die Steuererklärung aufbewahren
Die Frage der Krankenversicherung ist für Lehrkräfte besonders wichtig – und kann finanziell einen großen Unterschied machen. Als verbeamtete Lehrkraft hast du Anspruch auf Beihilfe: Der Staat übernimmt einen erheblichen Teil deiner Krankheitskosten. In Kombination mit einer privaten Krankenversicherung (PKV) kannst du so oft 400–600 € monatlich sparen und gleichzeitig bessere Leistungen bekommen.
PKV oder GKV? Die Entscheidungsgrundlage
| PKV + Beihilfe (Beamte) | GKV (freiwillig) | |
|---|---|---|
| Wer zahlt wie viel? | Staat 50–80 % + PKV-Eigenanteil | Voller Beitrag vom Brutto (ca. 15,5–16,5 %) |
| Monatlicher Beitrag (ca.) | 100 – 300 € je nach Alter & Tarif | 400 – 900 € (einkommensabhängig) |
| Leistungsumfang | Oft besser (Chefarzt, Einzelzimmer) | Standardleistungen gesetzl. Katalog |
| Beitragsanstieg im Alter | Ja – aber durch Beihilfe abgemildert | Einkommensabhängig, stabil |
| Familie mitversichern | Jedes Mitglied eigener Vertrag | Familienmitglieder kostenlos |
Beihilfe: Wie viel zahlt der Staat?
Die Beihilfe ist ein staatlicher Zuschuss zu den Krankheitskosten von Beamten. Die Höhe richtet sich nach dem Familienstand:
- Alleinstehende Beamte: 50 % Beihilfe (du versicherst die restlichen 50 % privat)
- Beamte mit Kind(ern): 70 % Beihilfe
- Beamte im Ruhestand: 70 % Beihilfe
- Ehepartner ohne eigenes Einkommen: 70 % Beihilfe
Das bedeutet: Du musst mit deiner PKV nur den verbleibenden Anteil (30–50 %) absichern. Das führt zu deutlich niedrigeren Beiträgen als in der GKV.
Was kostet die PKV für verbeamtete Lehrer?
Die genauen Kosten hängen vom Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Tarif ab. Als Richtwerte für einen gesunden Lehrer, Beihilfeergänzungstarif:
| Eintrittsalter | Monatsbeitrag PKV (ca.) | Davon Eigenanteil nach 50 % Beihilfe |
|---|---|---|
| 25 Jahre | 180 – 280 € | 90 – 140 € |
| 30 Jahre | 220 – 350 € | 110 – 175 € |
| 35 Jahre | 280 – 420 € | 140 – 210 € |
| 40 Jahre | 360 – 520 € | 180 – 260 € |
Tipp: Je früher du einsteigst, desto günstiger bleibt dein Beitrag dauerhaft. Früh abschließen lohnt sich!
Anwartschaft: Brücke zwischen Referendariat und Verbeamtung
Bereits im Referendariat solltest du eine PKV mit Beihilfeberechtigung abschließen. Falls du zwischenzeitlich in die GKV wechselst (z. B. bei Unterbrechung des Beamtenstatus), sicherst du dir mit einer Anwartschaft das Recht, ohne neue Gesundheitsprüfung in deinen alten PKV-Tarif zurückzukehren.
Worauf bei der PKV-Wahl achten?
- ✅ Beihilfekonformer Ergänzungstarif (deckt genau den nicht von der Beihilfe gedeckten Anteil ab)
- ✅ Stationäre Leistungen: Chefarztbehandlung, Einbettzimmer
- ✅ Zahnleistungen: Mindestens 80 % Erstattung
- ✅ Altersrückstellungen: Je höher, desto stabiler der Beitrag im Alter
- ⚠️ Selbstbehalt: Höherer Selbstbehalt senkt Beitrag, erhöht aber Eigenkosten im Krankheitsfall
Weiterführende Themen
- → Krankenversicherung im Referendariat – Was gilt für Referendare?
- → Verbeamtung als Lehrer – Voraussetzungen & Vorteile
- → Alle Versicherungen für Lehrer – Übersicht
Häufige Fragen
Kann ich als Beamter in der GKV bleiben?
Ja, du kannst dich freiwillig in der GKV versichern. Du zahlst dann aber den vollen GKV-Beitrag ohne Arbeitgeberzuschuss – das ist für Beamte in der Regel teurer als PKV + Beihilfe.
Was ist, wenn ich vorerkrankt bin?
Bei Vorerkrankungen kann die PKV Risikozuschläge verlangen oder bestimmte Leistungen ausschließen. Hier ist eine individuelle Beratung wichtig. Als Beamter bist du aber nicht auf die PKV angewiesen – die GKV bleibt immer eine Option.